VORSPIEL von Mathias Klappenbach : VORSPIEL von Mathias Klappenbach

Cissé geht, Ersatz ist schon da. So war es in den Meldungen der Nachrichtenagenturen zu lesen, weil der Abschied von Papiss Demba Cissé zu Newcastle United in die Premier League zufällig mit der Verpflichtung von Sebastian Freis zusammenfiel. Der bezeichnet es selbst als Blödsinn, Torjäger Cissé beim SC Freiburg ersetzen zu können, das würde nur allen gemeinsam gelingen. Freis kam beim 1. FC Köln nicht zum Einsatz und war deshalb unzufrieden, ein läuferischer Spielertyp wie er sei nicht mehr gefragt gewesen. Jetzt versucht er es beim Tabellenletzten, der auch in der Rückrunde seinem laufintensiven Spiel mit den traditionellen Kurzpässen und dem Angriffspressing treu bleiben wird. Der nach der Entlassung von Marcus Sorg zum Cheftrainer beförderte Christian Streich wird die Spielweise nicht grundlegend ändern, auch die überraschende Aussortierung von sechs Spielern in der Winterpause hat dafür keine Bedeutung. Kämpferisch und läuferisch können die Freiburger ebenso wie die Augsburger mit den anderen Bundesligisten mithalten, nicht aber bei der spielerischen Klasse. Die soll im Sturm Garra Dembelé bringen, wenn er vom Afrika-Cup zurück ist. In der Hinrunde war er allerdings nur Ersatz für Cissé, der neun der 21 Bundesligatore erzielte. Zentrale Spitze auf dessen Position wird erst einmal Stefan Reisinger sein. Dahinter spielen die Freiburger oft mit vier Mittelfeldspielern, die abwechselnd in die Offensive vorstoßen. Sie sollen in dem gewohnten System Cissés Abgang kompensieren. Wie das genau funktionieren soll, weiß allerdings niemand. Es ist im Breisgau nur die Rede davon, dass man den Verlust „als Mannschaft“ wettmachen wolle. Das hört sich nach der Durchhalteparole eines Absteigers an. Wird das Duell gegen den ebenfalls im Offensivspiel limitierten Konkurrenten Augsburg nicht gewonnen, wird das offensichtliche Fehlen eines Lösungsansatzes gleich ein großes Thema. Sebastian Freis, in dem Trainer Streich übrigens eher einen Außenbahnspieler als einen Stürmer sieht, muss es erst einmal in die Startelf schaffen.

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