VORSPIEL von Mathias Klappenbach : VORSPIEL von Mathias Klappenbach

Manchmal ist es von Vorteil, wenn Spieler ausfallen: So manche knifflige Entscheidung bleibt dem Trainer so erspart. Auf den ersten Blick hat Hamburgs Coach Thorsten Fink im Spiel gegen den SC Freiburg ein Problem, weil ihm in Aogo, Jansen und Westermann gleich drei Profis, die auf der linken Abwehrseite spielen könnten, nicht zur Verfügung stehen. Ob der Ausfall von Heiko Westermann die Hamburger schwächt, lässt sich grundsätzlich diskutieren, die Aufgabe auf der linken Abwehrseite wird wohl der gelernte Innenverteidiger Slobodan Rajkovic übernehmen. Der Serbe ist nicht gerade mit Offensivtalent gesegnet und wird seine defensive Position eher halten, als nach vorne zu stoßen. Das bedeutet für das Spiel von Finks Mannschaft, dass anders als sonst üblich nicht beide Außenverteidiger weit aufrücken und die letzte Abwehrreihe von den beiden Innenverteidigern und einem sich zurückziehenden defensiven Mittelfeldspieler (üblicherweise Gojko Kacar) gebildet wird. Mit dieser Dreierabwehr ist der zuletzt viermal sieglose HSV gerade über außen anfällig bei schnellen Angriffen des Gegners, vor allem wenn dieser den Ball in der Hälfte des Gegners gewonnen hat. Dies gelingt dem SC Freiburg oft, denn das in den vergangenen Spielen überzeugende Team von Christian Streich übt bereits Druck auf die gegnerischen Innenverteidiger aus, wenn diese in Ballbesitz sind. Für die defensiven Mittelfeldspieler gilt beim ausgesprochen variablen Pressing der Freiburger dasselbe. Nach dem Ballgewinn oder auch aus der eigenen Hälfte wird über außen angegriffen. Das sieht Erfolg versprechender aus als die häufig unkoordinierten Angriffsbemühungen der Hamburger, die in großer Hektik meist schon weit außerhalb des gegnerischen Strafraums abgeschlossen werden. Vielleicht beruhigt es bei der Rückkehr der Hamburger in den Abstiegskampf ein bisschen, wenn genug Leute hinten absichern.

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