VORSPIEL von Mathias Klappenbach : VORSPIEL von Mathias Klappenbach

In der vergangenen Woche präsentierten die Freiburger Oberteile mit der Aufschrift „Zusammenhalter“, am Samstag würde Trainer Christian Streich am liebsten „Freude schöner Götterfunken“ hören. Die 60 Musiker vom Sinfonieorchester des Südwestrundfunks werden beim letzten Bundesliga-Heimspiel des SC Freiburg in dieser Saison aber anderes zu Gehör bringen, „You’ll never walk alone“ und die Ouvertüre aus „Carmen“. Der SC hat den Klassenerhalt geschafft, das Orchester steht hingegen vor dem Aus. Nach der fantastischen Rückrunde ist der SC jetzt in der Position, andere zu unterstützen, schließlich muss man sich keine Sorgen mehr machen und kann auch gegen den 1. FC Köln ganz entspannt noch einmal eine Art Medley der besten Spielzüge aufführen. Dazu zählt das situationsbedingte Pressing, mit dem die Freiburger den Gegner in dem Moment unter Druck setzen, wenn er den Ball zu einem seiner Außenverteidiger passt. Mehrere Spieler attackieren dann gleichzeitig, bei einem Quer- oder Rückpass laufen sie weiter und greifen den Torwart oder Innenverteidiger an. Viele Mannschaften üben ihr Pressing zu Beginn des Spiels und danach in bestimmten Phasen aus, die sich eher nach der Uhr als der Lage auf dem Platz richten. Die Kölner hatten in der Rückrunde gegen beides unabhängig vom Gegner kein Mittel, sie holten in den vergangenen sieben Spielen nur zwei Punkte. Die Außenverteidiger Miso Brecko und Christian Eichner sind froh, wenn ihre Seiten defensiv nicht allzu viel Platz bieten. Weil sie damit mehr als genug zu tun haben, tragen sie zur Offensive wenig bei, über außen passiert bei Köln wenig bis gar nichts. In keinem Rückrundenspiel schoss der FC mehr als ein Tor, die zehn Treffer in diesem Jahr werden nur vom Tabellenletzten Kaiserslautern unterboten. Die Kölner wollen trotzdem zumindest den Relegationsplatz behalten und müssen darauf hoffen, dass die Freiburger sehr tief entspannt sind. Christian Streich hat schon gesagt, dass er sich auf den Urlaub freut.

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