Sport : Vorstandssitzung: 4:0 für Tennis Borussia

Karsten Doneck

Die Personalstärke reichte nicht mal mehr für ein zünftiges Skatspiel. Eine Einberufung zu einer Vorstandssitzung hätte bei Tennis Borussia zuletzt nur noch Erwin Zacharias und Klaus Schumann zusammengeführt. Aus dem Duo ist gestern wieder ein Quartett geworden. Für Kuno Konrad und Jan Schindelmeiser, die vor längerer Zeit aus der Führungsriege des Klubs ausgeschieden waren, berief der TeBe-Aufsichtsrat Michael Plassmann und Martin Vaupel neu in den Vorstand. Plassmann soll für den sportlichen, Vaupel für den kaufmännischen Bereich zuständig sein. Schumann kümmert sich weiter um die unteren Mannschaften und den Nachwuchs, Zacharias behält als Vorstandsvorsitzender die Entscheidungsgewalt.

Vier Köpfe, die nun alles andere zu tun haben, als eine erweiterte Skatrunde zu bilden. Die Zukunft von TeBe ist ungewiss, denn der Vertrag mit dem Hauptsponsor, der Göttinger Gruppe, läuft zum 30. Juni 2001 aus. "Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass die Göttinger Gruppe danach nicht weitermacht", behauptet Plassmann zwar. Dennoch existiert eine gewisse Skepsis. Plassmann und Vaupel werden der "Göttinger Fraktion" zugerechnet. Somit hat der Sponsor seine Macht im Verein wieder gefestigt.

"Ich bin kein Freund von irgendwelchen Lagern", sagt Plassmann, "für mich sind die Mehrheitsverhältnisse jetzt 4:0 für TeBe." Sollte sich aber der Sponsor tatsächlich eines Tages aus dem Verein zurückziehen, könnte er kraft seiner Mehrheit im Vorstand noch die ein oder andere übrig gebliebene Mark als Ausgleich für die getätigten Millionen-Investitionen mitnehmen, den Verein damit dem Konkurs anheimfallen lassen.

"Die Göttinger Gruppe hat bisher uns gegenüber alle Zusagen eingehalten, warum sollte sich daran etwas ändern?", fragt Aufsichtsratmitglied Heinz Pietzsch. Überlegt wurde auf der Vorstandssitzung gestern sogar, die aktuelle Regionalliga-Mannschaft noch auf ein, zwei Positionen zu verstärken.

Nicht mehr zur Verfügung steht TeBe der Junioren-Nationalspieler Christian Tiffert. Das Landesarbeitsgericht Berlin entschied gestern, Tiffert müsse auf die Transferliste gesetzt werden und sein Arbeitsverhältnis mit TeBe sei als beendet anzusehen. Der 18-jährige Stürmer wird künftig beim VfB Stuttgart spielen. TeBe will gegen das Urteil in die Berufung gehen.

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