Sport : Vorteil Ferrari

Das Formel-1-Rennen in England könnte das Wetter entscheiden

Karin Sturm

Silverstone. Beim Dreikampf um den WM-Titel in der Formel 1 zwischen BMW- Williams, Ferrari und McLaren-Mercedes kommt dem Grand Prix am kommenden Sonntag in Silverstone eine besondere Bedeutung zu. „Wer hier vorn ist, der dürfte auch in den nächsten zwei Rennen die besten Chancen haben. Durch das offizielle Testverbot in diesem Zeitraum werden sich die Kräfteverhältnisse nicht wesentlich ändern“, sagt Ferrari-Sportdirektor Jean Todt. Seine Hoffnung besteht darin, dass die ausgiebigen Tests in der vergangenen Woche, „bei denen wir einiges gelernt und verbessert haben", sich besonders für Ferrari positiv ausgewirkt haben. Die Niederlagen gegen die weiß- blaue Konkurrenz von BMW-Williams auf dem Nürburgring und in Magny-Cours hat das Weltmeisterteam aus Italien noch einmal besonders motiviert.

Der einzige Unsicherheitsfaktor, der die Prognose von Todt über den Haufen werfen könnte, ist das Wetter. Auf der englischen Traditionsstrecke, die mit ihren interessanten, schnellen Kurvenkombinationen hohe Anforderungen an Mensch und Maschine stellt, scheint es erst einmal mit dem schönen Wetter vorbei zu sein. Nach drei Wochen mit strahlendem Sonnenschein und Hitze in England kam pünktlich zum Großen Preis von Großbritannien auch der große Regen. Ob er sich bis zum Sonntag wieder verziehen wird, darüber gibt es unterschiedliche Wettervorhersagen. So könnten die Reifen erneut zum ausschlaggebenden Faktor für den Ausgang des Rennens werden.

Diesmal wäre Ferrari klar im Vorteil, denn die von Michael Schumacher und Rubens Barrichello verwendeten Bridgestone-Reifen laufen auf einer extrem nassen Fahrbahn besser als die Michelin, mit denen BMW-Williams und McLaren-Mercedes unterwegs sein werden. Hinzu kommt, dass die beiden Ferrari-Stars auf regennassem Untergrund ihre besonderen Fahrfähigkeiten beweisen können. Barrichello steht da Schumacher keineswegs nach.

Bei den Michelin-Teams sieht man die Situation noch nicht so skeptisch: „Wir müssen erst einmal sehen, wie das Wetter wirklich wird“, sagt Ralf Schumacher und hofft: „Vielleicht wird es ja bis Sonntag doch trocken.“ Und wenn es weiter regnet, dann käme es ja möglicherweise auf die Intensität des Niederschlags an: „Denn unter gewissen Bedingungen war es ja in diesem Jahr auch schon so, dass Michelin im Regen schnell war – zum Beispiel in der Anfangsphase in Brasilien“, sagt Ralf Schumacher.

Außerdem hat Michelin-Reifenchef Pierre Dupasquier seinen Fahrern versprochen, „dass sie hier auch im Regen unter besseren Voraussetzungen antreten können“. Grundsätzlich gibt man sich bei BMW-Williams eher zurückhaltend, will vom WM-Titel nicht reden. „Ich bin grundsätzlich eher Pessimist“, sagt Teamchef Frank Williams, „ich kann noch nicht ganz daran glauben, dass das für uns wirklich so toll weitergeht. Ich kenne Ferrari, die sind stark, die können auch wieder zurückschlagen.“

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