Vorwürfe : Ex-Referee Amerell streitet „Annäherung“ ab

Es ist eine Anschuldigung in der Welt, sie ist ungewöhnlich und es ist erklärungsbedürftig, warum sie überhaupt eine ist. Manfred Amerell, dem Schiedsrichtersprecher des Deutschen Fußball- Bundes (DFB), wird vorgeworfen, sich einem jungen Bundesliga-Referee „angenähert“ zu haben. Der junge Schiedsrichter soll sich laut „Frankfurter Rundschau“ an den Chef des Schiedsrichter-Ausschusses Volker Roth gewandt haben. Bei der DFB-Präsidiumssitzung vor einer Woche wegen der Vertragsverlängerung von Bundestrainer Joachim Löw soll es dem Bericht zufolge auch um die Frage gegangen sein, „ob und wenn ja, wie intensiv sich Amerell einem jungen Bundesliga- Schiedsrichter genähert hat“. Der 62-Jährige wehrt sich. „Die Vorwürfe sind haltlos, aus der Luft gegriffen und werden von mir zurückgewiesen“, sagte der ehemalige Referee dem Tagesspiegel. Alles weitere werde sein Anwalt regeln. „Mein Mandant wird diejenigen Personen, die für den augenblicklich stattfindenden Rufmord verantwortlich sind, zur Rechenschaft ziehen“, teilte Amerells Anwalt Jürgen Langer mit.Worin die „Annäherung“ eines erwachsenen Mannes an einen anderen, ebenso erwachsenen, bestanden haben soll, bleibt unklar.

Amerell hat den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger gebeten, ihn „aus gesundheitlichen Gründen vorläufig von seinen umfangreichen Tätigkeiten“ zu entbinden. Dem Wunsch wurde entsprochen. Der DFB will „den Fall mit größter Sorgfalt und hohem Verantwortungsbewusstsein“ prüfen.

Im Zusammenhang mit dem Vorgang ist es bereits zu einer bemerkenswerten Konsequenz gekommen. Am Mittwoch gab DFB-Vizepräsident Rainer Koch seine Zuständigkeit für das Schiedsrichterwesen ab. „Volker Roth wurde bereits am 17. Dezember persönlich und detailliert über Manfred Amerell betreffende Vorgänge informiert, hat diese Informationen jedoch bis heute nicht an mich als zuständiges Präsidiumsmitglied weitergegeben“ teilte Koch mit. „Ich wurde erst am vergangenen Mittwoch erstmals hiervon in Kenntnis gesetzt.“dpa/klapp

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