Sport : Vuelta: Spitzenreiter Heras weiter ohne Sieg

Die Vorentscheidung zugunsten von Davide Bramati auf der 155,5 km langen 17. Vuelta-Etappe fiel bereits nach einem Drittel der Wegstrecke, als sich eine Fünfergruppe aus dem Feld lösen konnte. Der Italiener verschärfte drei Kilometer vor dem Ziel noch einmal das Tempo und fuhr nach 3:24,33 Stunden sieben Sekunden vor seinen Landsleuten Fabio Baldato, Biagio Conte, Marco Zanoti und dem Spanier Pedro Diaz Lobato über die Ziellinie.

Das flache Profil der Teilstrecke von Benavente nach Salamanca bot dem Telekom-Sprinter Giovanni Lombardi nach den schweren Bergetappen zu Wochenbeginn so ziemlich die letzte Möglichkeit, bei der 55. Spanienrundfahrt doch noch den ersten Etappenerfolg für das deutsche Vorzeigeteam einzufahren. Der Italiener, dem das graue Trikot de besten Sprinters kaum noch zu nehmen ist, musste seine Hoffnungen auf diesen Teilerfolg mit Platz 21 und 57 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger ebenso begraben wie der Spanier Roberto Heras.

Der Führende im Gesamtklassement hatte vorher nicht verhehlt, nach dem Teilstück mit Ankunft in seiner Heimat-Provinz Salamanca endlich einmal als Erster über den Zielstrich fahren zu wollen. "Ich will das Trikot unbedingt bis Madrid behalten und vielleicht doch noch einen Tagessieg landen", sagte der 31-Jährige, der in diesem Jahr die Tour de France als Fünfter beendete. Als Trost bleibt dem Vorjahresdritten der Vuelta, dass er auch nach der 17. Etappe weiter ungefährdet das "goldene Trikot" des Spitzenreiters trägt und auf der Etappe nach Salamanca zusammen mit seinen Kollegen vom Team Kelme das Feld der Verfolger kontrollierte. Auf der Fahrt bei Kantenwind hatten nach 45 Kilometern die Italiener Fabio Baldato, Davide Bramati, Biagio Conte und Marco Zanoti sowie der Spanier Oedro Diaz Lobato die Initative ergriffen und einen Vorsprung bis zu acht Minuten herausgefahren. Vierzig Kilomter vor dem Ziel drückte das Hauptfeld jedoch stärker aufs Tempo, so dass der Vorsprung der fünf Ausreißer bis ins Ziel auf 56 Sekunden schrumpfte.

Am Rande der Vuelta wurde bekannt, dass der Schweizer Alex Zülle, der das Zeitfahren zum Auftakt gewann und sieben Etappen lang das Gesamtklassement anführte, im zum kommenden Jahr vom spanischen Spitzen-Team Banesto zur deutschen Sportgruppe Team Coast wechselt. Der 32-Jährige, der 1996 und 1997 die Spanienrundfahrt gewann und 1999 hinter dem US-Amerikaner Lance Armstrong den zweiten Rang bei der Tour de France belegte, unterschrieb bei dem GS-II-Team aus Köln einen Zweijahresvertrag. Neben Zülle verpflichtete Coast auch die Eidgenossen Roland Meier (Cofidis) und Niki Aebersold (Rabobank).

Die 18. Etappe der Vuelta führt heute über 159 Kilometer von Bejar nach Ciudad Rodrigo. Die Vuelta endet am Sonntag mit einem Einzelzeitfahren in Madrid.

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