Sport : Vuelta: Warten auf die Berge

Das Team Telekom kommt bei der Vuelta allmählich in Fahrt: Auf der vierten Etappe der 55. Spanien-Rundfahrt musste sich der Telekom-Sprinter Giovanni Lombardi nach 3:33:56 Stunden im Schlussspurt nur dem spanischen Straßen-Weltmeister Oscar Freire geschlagen geben, während sein Team-Kapitän Jan Ullrich im Gesamtklassement von Platz 21 auf den neunten Rang vorrückte. Der Schweizer Alex Zülle verteidigte das Goldtrikot des Führenden in der Gesamtwertung, das im vergangenen Jahr Ullrich ins Ziel getragen hatte.

"Wir haben gewusst, dass das Rennen gefährlich werden könnte und hatten uns vorgenommen, immer an der Spitze mit dabei zu sein. Das hat sich ausgezahlt", erklärte Telekom-Sportdirektor Rudy Pevenage die veränderte Taktik seiner Mannschaft. In den Tagen zuvor hatten die Telekom-Pedaleure bei Temperaturen von über 40 Grad nicht mehr als nötig getan. Doch im Spurt einer 30-köpfigen Spitzengruppe sah es diesmal sogar nach einem möglichen Sieg des Italieners Lombardi aus, bevor sich Freire noch vorbeischob und zwei Tage nach seinem ersten Etappensieg zum zweiten Mal gewann.

Nachdem das Rennen auf dem 159 Kilometer langen Teilstück von Valdepenas nach Albacete lange Zeit ohne große Aufregungen verlaufen war, brachte eine Tempoverschärfung 40 Kilometer vor dem Ziel Bewegung ins Feld, das sich schnell in vier größere Gruppen aufsplittete. Während vorn etwa 30 Fahrer ihren Vorsprung weiter ausbauten, mussten bei den hinteren Gruppen immer mehr Fahrer den Kontakt zur Spitze abreißen lassen.

Die Aufsplitterung des Feldes bewahrte Zülle vor dem Verlust des Goldtrikots, nachdem er die Führung zwischenzeitlich bereits an den Tschechen Jan Hruska verloren hatte. "Das hohe Schlusstempo kam mir entgegen, aber wir können nicht jeden Tag vorn dabei sein", sagte der Vuelta-Sieger von 1996 und 1997. Auch seine Mannschaft müsse mit den Reserven haushalten: "Das Team muss für die Berge frisch bleiben", forderte der 32-Jährige.

Die erste Bergetappe wartet am heute auf das Fahrerfeld. Nach flachem Beginn beinhaltet das Teilstück zwischen Albacete und Xorret del Cati auf den letzten 26 der insgesamt 152,3 Kilometer zwei schwere Anstiege. Der 1060 Meter hohe Alto de Cati dürfte dabei zum ersten Härtetest der diesjährigen Vuelta werden. Bei dem Berg der ersten Kategorie sind 3,5 Kilometer vor dem Ziel rund 500 Meter Höhenunterschied mit durchschnittlich sechs Prozent Steigung zu überwinden. Eine Vorentscheidung der in diesem Jahr sehr kurzen Spanien-Rundfahrt könnte am Sonntag fallen, denn dann steht das zweite Zeitfahren an.

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