Sport : Wackeln auf großer Bühne

Bundesliga-Tabellenführer Dortmund muss in der Europa League nach dem 0:0 in Paris zittern – Stuttgart ist schon weiter, Leverkusen steht kurz davor

Paris/Getafe/Leverkusen - Wird in der Europa League anders Fußball gespielt als in der Bundesliga? Es scheint so, denn die Leistungen der drei deutschen Klubs waren genau umgekehrt wie in der heimischen Liga. Spitzenreiter Borussia Dortmund schaffte bei Paris St. Germain nur ein 0:0, Bayer Leverkusen gewann gegen Aris Saloniki glücklich 1:0 (0:0), und ausgerechnet Stuttgart siegte beim FC Getafe 3:0 (1:0). Gerade die Dortmunder Borussia hätte mehr gebraucht als dieses Unentschieden. Denn im Gegensatz zum VfB Stuttgart, der sich schon für die K.-o.-Runde qualifiziert haben und den Leverkusenern, die ganz nah dran sind, fehlen Dortmund noch einige Punkte.

Das vorzeitige Ausscheiden haben die Westfalen zwar verhindert, sie bleiben aber in einer ungünstigen Ausgangsposition. Die verbleibenden zwei Spiele in der müssen sie nun jedenfalls gewinnen, um in die K.-o.-Runde einzuziehen. In der Tabelle liegen sie auf Platz drei. Dieses Bild hätte deutlich freundlicher aussehen können, wenn sie eine ihrer Chancen in der Schlussphase des Spiels genutzt hätten.

In der ersten Halbzeit hatten sie sich keine einzige klare Torgelegenheit erspielt. In der zweiten Hälfte machten sie es besser. Nach siebzig Minuten eilte Shinji Kagawa aufs Tor der Pariser zu und scheiterte mit einem wuchtigen Schuss aus 18 Metern an Torwart Edel. Dortmund übernahm mehr und mehr die Regie, die Pariser schienen sich mit dem Remis abzufinden. In der Schlussminute vergab der eingewechselte Lewandowski die beste Chance. So muss sein Team bis zum Ende der Gruppenphase zittern.

Getafe brachte Stuttgart nach einer halben Stunde ins Spiel, einen Fehlpass von Boateng schnappte sich Marica und zog aus etwa 25 Metern ab zum 1:0. Nach einer Stunde erhöhte dann Timo Gebhardt zum 2:0. Der letzte Treffer sah besonders hübsch aus. Bokas Flanke schien genau auf den Kopf des schon am Boden liegenden Martin Harnik zu fallen. Der war zuvor ausgerutscht. Doch das Timing seines Ausrutschers stimmte. Von seinem Kopf tropfte der Ball ins Tor. Es hätte der glückliche Abschluss des Spiels für Stuttgart sein können, hätte nicht Marica noch die Rote Karte gesehen. Er hatte Casquero am Ohr gezogen.

Das Tor fiel spät in Leverkusen und glücklich obendrein. Einige Beine des Gegners aus Saloniki halfen dabei, dem Ball den Weg ins Tor zu weisen. In der 90. Spielminute setzte sich Arturo Vidal im Strafraumgewühl durch, sein Schuss prallte von einem Unterschenkel der Gäste zum nächsten und von dort ins Tor zum 1:0. Dieser Treffer tröstete über die wenig ansprechende Leistung der Leverkusener hinweg. Die Leverkusener bleiben damit ungeschlagen in ihrer Gruppe und haben beste Chancen auf die K.-o.-Runde. „Wir haben heute nicht gut gespielt, deshalb mussten wir es erzwingen“, sagte Simon Rolfes, „wir haben zu langsam gespielt.“ Das Tor, immerhin, haben sie gerade noch rechtzeitig getroffen.Tsp/dpa

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