WADA-Präsident John Fahey : "Wünsche mir die saubersten Spiele"

Der neue Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur Fahey über sich und China.

Herr Fahey, Ihr Vorgänger Richard Pound hat die Welt-Anti-Doping-Agentur als Präsident mit Sachkenntnis und viel öffentlicher Kritik an Sportlern und Verbänden etabliert. Wie wollen Sie arbeiten?

Pound hat der Wada ein Profil gegeben. Aber jeder ist verschieden. Mein Naturell ist es eher, mit allen zu kooperieren.

Scheuen Sie sich deshalb auch die Namen von Ländern zu nennen, die noch nicht Ihre Beiträge an die Wada gezahlt haben?

Ich akzeptiere die Wirklichkeit. In manchen Ländern hat vielleicht gerade die Regierung gewechselt. Ich möchte diese Länder nicht vorführen.

Wie sehen Sie Ihre Rolle als Präsident?

Ich lebe in Australien, die Wada sitzt in Montreal, das macht es manchmal schwierig. Ich lese jeden Tag meine Emails. Aber ich bin nicht mit jedem einzelnen Fall betraut. Meine Aufgabe ist es, von einem höheren Punkt den Überblick zu behalten.

Hat Sie geschockt, was Sie in ihrem neuen Amt alles über Doping erfahren haben?

Ich habe einige prominente Freunde aus dem Schwimmen. Insofern wusste ich einiges. Es ist eine riesige Herausforderung, für die es keine Patentlösung gibt. Wir müssen diesen Kampf gewinnen, sonst geben Sponsoren kein Geld mehr.

Nehmen Sie den Chinesen ab, dass sie ernsthaft gegen Doping kämpfen?

Die Chinesen stecken viel Geld und Personal in den Kampf, das ist beeindruckend. Ich würde mir wünschen, dass Peking die bisher saubersten Spiele werden. Aber meine Lebenserfahrung sagt mir, dass es nicht so kommt. Es wird jedoch für einen dopenden Sportler in Peking wahrscheinlicher als je zu zuvor, erwischt zu werden.

Aufgezeichnet von Friedhard Teuffel

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