Wahl des Fifa-Präsidenten : Beim Weltverband ist nichts egal

Prinz Ali Bin Al-Hussein kandidiert erneut für das Amt des Fifa-Präsidenten. Er ist der einzige ernsthafte Konkurrent für Uefa-Chef Michel Platini. Ein Kommentar.

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Prinz Ali bin Al Hussein kandidiert erneut für das Amt des Fifa-Präsidenten.
Prinz Ali bin Al Hussein kandidiert erneut für das Amt des Fifa-Präsidenten.Foto: dpa

Ist es nicht egal? Am Mittwoch hat Prinz Ali Bin Al-Hussein verkündet, erneut als Fifa-Präsident zu kandidieren. Dabei war der Jordanier bereits bei der letzten Wahl im Mai klar Joseph Blatter unterlegen. Die Europäer unterstützten Al-Hussein, aus anderen Kontinenten konnte er kaum Stimmen gewinnen.

Nun tritt Al-Hussein bei der Neuwahl im Februar wieder an, diesmal gegen die Europäer, gegen Uefa-Chef Michel Platini, seinen größten Förderer. Wer hat ihm diese Idee in den Kopf gesetzt? Er kann doch kaum mit Stimmen rechnen. Die Kandidatur könnte er sich sparen, scheint es.

Womöglich könnte es Platini selbst gar nicht ungelegen kommen, dass sein alter Freund Al-Hussein gegen ihn antritt. Denn andere ernsthafte Gegenkandidaten scheinen rar, dem Südkoreaner Chung Mong-Joon droht eine interne Fifa-Sperre und der Brasilianer Zico wird kaum ernsthaft antreten. Eine Wahl ohne Konkurrenz klingt eigentlich traumhaft für Platini, könnte aber eher seinem alten Gegenspieler Blatter nutzen, so komisch das klingt.

In Fifa-Kreisen kursiert folgendes Szenario: Tritt Platini im Februar alleine zur Wahl an, haben die Fifa-Delegierten die Option, sich nicht zu enthalten, sondern erstmals auch „Nein“ auf dem Stimmzettel anzukreuzen. Versagen Platini nach den neuen Wahl-Regularien 51 Prozent die Zustimmung, dann gäbe es keinen neuen Fifa-Chef. Dann müsste der alte weitermachen. Der heißt Joseph Blatter.

Da fällt auf, dass der Schweizer bisher keinen eigenen Gegenkandidaten aufgebaut hat, sondern lediglich versucht, Platinis Position zu schwächen. Weil er darauf hofft, dank dessen Scheitern weiterzumachen? Dieses Szenario funktioniert aber nur, solange Platini keinen Gegenkandidaten hat, sonst entfällt die „Nein“-Option. Insofern wäre es für Blatter und Platini nicht egal, ob Al-Hussein antritt, ganz gleich, wie viele ihn wählen.

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