Wahl zum DFB-Präsidenten : Profi-Lager will keinen Kandidaten aufstellen

Bei der Suche nach einem neuen DFB-Präsidenten verzichtet das Profi-Lager vorerst auf einen eigenen Kandidaten - und schlägt neue Modelle vor.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert vor der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt.
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert vor der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt.Foto: dpa

Nach der DFB-Präsidiumssitzung am Freitag in Frankfurt am Main stellte Christian Seifert gleich eines klar: „Wir haben erklärt, dass die Liga ein anderes Verfahren bevorzugt“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL). „Es wäre nicht im Sinne der Sache und inkonsequent, wenn wir einerseits erst die Untersuchungsergebnisse zur WM-Affäre abwarten wollen und andererseits gleichzeitig einen eigenen Kandidaten aufstellen“, betonte Seifert.
Bei der Sitzung in der DFB-Zentrale in Frankfurt sei nicht über konkrete Zeitpläne für die Wahl eines neuen Präsidenten und eine geforderte Strukturreform gesprochen worden. Der Termin für einen außerordentlichen Bundestag sei offen, so Seifert. Die 21 Landes- und fünf Regionalpräsidenten im Deutschen Fußball-Bund hatten sich am vergangenen Dienstag einstimmig auf Schatzmeister Reinhard Grindel als Kandidaten für das vakante Präsidentenamt geeinigt.
Unterdessen hat Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in der Frage nach dem Nachfolger für den zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach eine längerfristige Doppelspitze ins Spiel gebracht. „Es war Wolfgang Niersbachs große Stärke, dass er für den Amateur- und den Profibereich wie eine Klammer gewirkt und beide Seiten geeint hat“, sagte Watzke bei „kicker.de“. „Wenn man nun aus dem Stand niemanden findet, der eine solche Klammer für die Zukunft bilden kann, sollten wir aus meiner Sicht zumindest für einen Zeitraum von drei Jahren über eine DFB-Doppelspitze nachdenken“, sagte Watzke. „Vielleicht mit Reinhard Grindel und einem Vertreter der Liga.“

Die Amateurvertreter, die im DFB-Präsidium über die Mehrheit verfügen, hatten sich am vergangenen Dienstag einstimmig für Grindel als Kandidaten für das Präsidentenamt ausgesprochen. Damit hatten sie das Profilager „brüskiert“, wie Watzke bereits am Donnerstag im „Kicker“ gesagt hatte. Watzke sprach sich erneut dafür aus, zunächst die Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 lückenlos aufzuklären, ehe man sich Gedanken für eine endgültige Lösung an der DFB-Spitze mache. „Wir haben die ganze Thematik rund um die WM-Vergabe noch nicht aufgeklärt. Wir haben uns nicht einmal im Ansatz Gedanken gemacht, ob wir in veränderten Strukturen das eine oder andere vielleicht hätten verhindern können“, sagte der BVB-Geschäftsführer. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar