Sport : Wankelmut in Serie

Schalke 04 scheitert nach einer blamablen Leistung mit 1:3 an Hoffenheim.

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Abflug aus dem Pokal. Schalke und Roman Neustädter verabschieden sich. Foto: dpa
Abflug aus dem Pokal. Schalke und Roman Neustädter verabschieden sich. Foto: dpaFoto: dpa

Gelsenkirchen - Die Mehrzahl der Anhänger, Verantwortlichen und Spieler des FC Schalke 04 dürfte heute Morgen beim Aufwachen gehofft haben, dass sie lediglich einen überaus unangenehmen Albtraum durchlebt hat. Doch der Albtraum ist Realität. Die Schalker unterlagen der TSG Hoffenheim im Achtelfinale des DFB-Pokals tatsächlich mit 1:3 (0:3) – und zeigten dabei eine über weite Strecken katastrophale Leistung. Ziel des Klubs war es eigentlich, das Finale in Berlin zu erreichen. Eine völlige Fehleinschätzung, wie sich gestern Abend herausstellen sollte.

Die Wankelmütigkeit der Schalker Mannschaft ist offenbar nicht in den Griff zu bekommen. Dabei hatte das Team die Partie eigentlich forsch und selbstbewusst begonnen. Der jüngste, ungewohnt souveräne Erfolg in der Bundesliga gegen den VfB Stuttgart schien die Spieler von Trainer Jens Keller beflügelt zu haben. Sie attackierten früh, gewannen viele Zweikämpfe und näherten sich dem Hoffenheimer Tor mehrfach vielversprechend an. Letztlich fehlte aber der entscheidende Pass sowie der konzentrierte Abschluss, um einen frühen Treffer zu erzielen.

Da sich auch die Hoffenheimer nicht auf ihre meist löchrige Defensive verlassen wollten, entwickelte sich ein temporeiches und hart umkämpftes Spiel. Das Unglück der Schalker begann aber bereits nach 14 Minuten, als Christian Fuchs als linker Verteidiger wieder einmal seine enormen Defensivschwächen zeigte und einen Zweikampf mit Andreas Beck im eigenen Strafraum verlor. Diesen eklatanten Fehler konnte Torhüter Ralf Fährmann zwar noch mit einer Parade gegen Kevin Volland ausgleichen. Doch sieben Minuten später war auch Fährmann chancenlos, weil Fuchs nach einer Flanke von Kai Herdling den Ball nicht traf und dieser zur Hoffenheimer Führung im Netz landete.

Von diesem Gegentor zeigten sich die Schalker zwar noch unbeeindruckt, doch die Unzulänglichkeiten sollten sich dramatisch häufen. Nach einer halben Stunde erhöhten die Hoffenheimer auf 2:0, als Volland einen Konter nach Vorlage von Firmino abschloss. Die enorme Anfälligkeit der Schalker nach schnellen Gegenstößen zieht sich schon durch die ganze Saison. Und Jermaine Jones hatte anschließend auch noch eine Slapstick-Einlage zu bieten. Der Mittelfeldspieler wollte einen Angriff einleiten, traf mit seinem Pass aber einen Gegenspieler. Der Ball fiel Firmino vor die Füße, der sich die Chance zum 3:0 nach 35 Minuten nicht nehmen ließ. In der Folge war jede Aktion der Schalker von Unsicherheit und Angst geprägt. Die 51 078 Zuschauer riefen zunächst „Aufwachen“, später begleiteten sie die Mannschaft mit einem Pfeifkonzert in die Pause.

In der zweiten Hälfte versuchten die Spieler noch, möglichst schnell ein Tor zu erzielen und vielleicht doch noch das schier Unmögliche zu schaffen. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff hatte Kapitän Benedikt Höwedes eine große Möglichkeit, doch sein Ball flog aus kurzer Distanz weit über das Hoffenheimer Tor. Erst nach einer Stunde hatte die völlig verunsicherte Schalker Mannschaft eine erneute Möglichkeit, doch Torhüter Jens Grahl lenkte den Schuss von Julian Draxler an den Torpfosten. Jefferson Farfan erzielte zwar das 1:3 und weckte noch einmal Hoffnungen. Doch Hoffenheim brachte den Sieg über die Zeit. Jörg Strohschein

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