Sport : Ward vom Weltcup ausgeschlossen

Springreiter könnte erneut manipuliert haben

Genf – Der amerikanische Springreiter McLain Ward darf sein Pferd Sapphire beim Weltcup-Finale in Genf nicht mehr einsetzen. Grund ist eine Überempfindlichkeit des linken Vorderbeins der Stute, die auf Manipulationen zurückzuführen sein könnte.

Hypersensibilität kann ein Hinweis darauf sein, dass die Pferdebeine missbräuchlich behandelt worden sind, beispielsweise mit chemischen Mitteln. Die Pferde reißen ihre Beine beim Sprung höher, um den durch das hypersensibilisierende Mittel verstärkten Schmerz zu verhindern. Verbotenerweise genutzt werden auch scharfkantige Gegenstände unter den Bandagen.

1999 waren beim CHIO-Turnier in Aachen an Wards Pferd Benetton spitze Plastikteilchen gefunden worden. Der Amerikaner erhielt daraufhin vom Weltverband eine Sperre von sechs Monaten. Die Veranstalter des CHIO schlossen Ward zunächst lebenslang von ihrem Turnier aus, hoben diese Sanktion aber ein Jahr vor der WM 2006 in Aachen wieder auf.

Wards Pferd Sapphire war am Freitag in Genf von mehreren Tierärzten und mit einer Wärmebild-Kamera untersucht worden. Trotz des ersten Tests durfte Ward zunächst reiten. Das Pferd wurde dann eine halbe Stunde nach Mitternacht erneut untersucht und nach einer mehrstündigen Sitzung am Samstagmorgen für den Rest des Wettbewerbes disqualifiziert. Der Weltverband FEI betonte, dass es keine Indizien oder Beweise für ein Fehlverhalten von Ward oder des US-Teams gebe. Der Reiter hat gegen die Entscheidung der Jury kein Einspruchsrecht.

Ward nannte die Disqualifikation eine „große Ungerechtigkeit“. Am Samstagmittag gab er eine Pressekonferenz am Abreiteplatz, bei der er das Pferd vorführte. „Das ist kein faires Gericht“, klagte Ward dort über die Platz-Jury. Der 35-Jährige hatte den Wettbewerb angeführt, nun liegt vor dem abschließenden Springen am Sonntag sein Landsmann Mario Deslauriers auf Platz eins mit zwei Punkten vor Marcus Ehning (Borken).

„Sie haben 57 Mal mit dem Finger auf die Beine gedrückt und siebenmal hat Sapphire reagiert“, erklärte Ward und wertete dies als Beweis, dass sein Pferd fit war. Der Verband wollte bis zu einer Pressekonferenz am Samstagabend keine weiteren Kommentare abgeben. dpa

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