Warentest-Studie : Beckenbauer: "Also ganz ehrlich, mir reicht's jetzt"

Hamburg - Franz Beckenbauer hat heftigste Kritik an der Studie der Stiftung Warentest zu den zwölf Stadien der Fußball- Weltmeisterschaft geäußert. «Also ganz ehrlich, mir reicht's jetzt mit diesem Heer der Besserwisser und Wichtigtuer, die sich über die WM profilieren wollen», sagte der Präsident des deutschen Organisationskomitees in einem Interview mit der «Bild»-Zeitung, noch bevor die Stiftung ihre Untersuchung am Dienstag veröffentlicht hatte.

«Die Stiftung Warentest kennt sich vielleicht mit Gesichtscreme, Olivenöl und Staubsaugern aus. Dabei sollen sie bleiben», sagte Beckenbauer, der sich gegenwärtig im Rahmen seiner Besuche der WM- Teilnehmerländer in Südafrika aufhält. Die Stiftung wolle doch nur Werbung für sich machen und zeigen: «Schaut her, wir sind wichtig. Sind sie aber nicht!»

Die Stiftung habe angekündigt, «dass in unseren Stadien Panik ausbrechen könne mit verheerenden Folgen, ohne konkrete Fakten zu nennen. Dabei laufen die Baumaßnahmen - ich weiß es auch München - mit strengsten Kontrollen der Behörden ab», sagte der OK-Chef.

Beckenbauer sieht in dem Vorgehen der Stiftung eine weitere, unangebrachte Attacke auf die Fußball-WM, nachdem zuvor die Verbraucherschützer die Vergabepraxis von Eintrittskarten attackiert und dabei eine Verbesserung erreicht hatten. Beckenbauer verteidigte seine Bezeichnung «Tagediebe» für die Verbraucherschützer mit den Worten: «Diese Verbraucherschützer stehlen uns nur die Zeit. Wer schützt uns eigentlich vor denen? Sie maßen sich an, im Namen der Fans zu reden. Was ist passiert? Gerade mal ein paar Leute haben ihre Bestellung für die Optionstickets zurückgezogen.»

Mit «solchen Nörgeleien» hätte Deutschland vor sechs Jahren die WM nie bekommen. «Manchmal fragt man sich: Wozu machen wir das eigentlich? Aber die WM wird trotzdem ein Riesenfest werden», sagte Beckenbauer. «Natürlich» registriere die FIFA die Diskussionen in Deutschland. «Vielleicht sind dort einige sogar etwas schadenfroh. Dieses Gerede entspricht dem Zustand dieses Landes.» (tso/dpa)

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