Warmlaufen im Weblog fürs Derby : Nur nach Hause fahr'n wir nicht

Auf dieses Spiel haben sich die Berliner Fußballfans seit Wochen gefreut. Jetzt spielt Union gegen Hertha. Hier haben wir den lieben langen Derby-Tag bis zum Anpfiff gebloggt - und uns über viele Lesertipps- und -Kommentare gefreut.

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Wer läuft am Freitag wem davon? Das letzte Derby, ein Freundschaftsspiel 2009, gewann Herthas Raffael (links) gegen Unions Peitz.
Wer läuft am Freitag wem davon? Das letzte Derby, ein Freundschaftsspiel 2009, gewann Herthas Raffael (links) gegen Unions Peitz.Foto: König

[18:00] Das Stadion ist voll, Wowereit sitzt neben Gysi, Anpfiff! In unserer Tagesspiegel-Umfrage haben 69 Prozent auf einen Hertha-Sieg gesetzt, 23 Prozent meinen, Union gewinnt, 8 Prozent tippen ein Unentschieden. 1076 Stimmen wurden abgegeben. Dankeschön! Wir geben jetzt ab an Lucas Vogelsang und den Tagesspiegel-Ticker zum Spiel. Bitte klicken Sie hier.

[17:33] Die Polizei meldet: Bei den Sonderkontrollen vor dem Stadion wurden rund 200 Hertha-Fans ohne Eintrittskarten gestoppt und von der Polizei zurückgeleitet zum S-Bahnhof Köpenick. Die juristische Begründung: Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Jetzt sitzen die zwei Hundertschaften Hertha-Fans vor dem S-Bahnhof und wollen nicht in den Zug einsteigen. Nur nach Hause fahr'n wir nicht. Laut einem leitenden Polizeibeamten vor Ort haben die versprengten Herthaner jetzt ein Problem: "Sie finden keine Kneipe, um das Spiel zu gucken. Köpenicker Kneipen sind nur für Union-Fans."

Union - Hertha: Das Berliner Derby, Teil I
Am Ende haben sich alle lieb: Union und Hertha spielen 1:1 an der Alten FörstereiWeitere Bilder anzeigen
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01.02.2011 13:11Am Ende haben sich alle lieb: Union und Hertha spielen 1:1 an der Alten Försterei

[17.30] Auch bei Facebook wird viel über das Berliner Derby diskutiert. Wir haben mal auf der Seite einer echten Berliner Institution nachgeschaut: Dem Kaupert, bekannt vom gleichnamigen Straßenverzeichnis. Dort sagt ein Fan folgenden Spielverlauf voraus: 0:1 (7.) Friend - 1:1 (33.) Benyamina - 1:2 (43.) Ramos - 1:3 (58.) Mijatovic - 2:3 (71.) Ede - 3:3 (80.) Kolk - 4:3 (90.) Brunnemann.

[17:25] Einer zittert zu Hause, weil er keine Karte mehr bekommen hat: Tagesspiegel-Autor und Ur-Unioner Lothar Heinke. "Ich will mich mal auf ein Unentschieden festlegen, aber das ist ja schon optimistisch gedacht. Vielleicht hilft der große Kampfgeist uns für eine Überraschung", sagt Heinke. Er ist 75 und seit Ende der Vierzigerjahre Union-Fan. 1992, "als es Union am dreckigsten ging", ist Lothar Heinke Mitglied des Köpenicker Klubs geworden.

[17:16] Langsam, ganz langsam treffen die polizeikontrollengebeutelten Hertha-Fans im Stadion an der Alten Försterei ein. Und sie dürfen gleich jubeln: Ihre Mannschaft läuft ein. Die Fans der Heimmannschaft antworten mit "Eisern Union"-Rufen.

[16:50] Gesagt getan: Die Polizei siebt in einem Kordon ums Stadion weiträumig aus: Nur wer eine Eintrittskarte hat, kommt weiter. Im Wald um die Alte Försterei wird man dauernd nach Tickets gefragt. Im Stadion hat sich bisher nur die Union-Fantribüne gefüllt. Herthas Ecke ist noch gähnend leer.

[16.42] Unser Polizeireporter Jörn Hasselmann hat recherchiert, dass die Polizei Erkenntnisse habe, dass Hooligans mit Stadionverbot und Fans ohne Eintrittskarte auf dem Weg zur Alten Försterei seien. Deshalb wolle die Polizei noch eine weitere Kontrollstelle im Vorfeld des Stadions einrichten. Fans sollten viel Zeit für die Anreise einrechnen und müssen sich auf strikte Kontrollen gefasst machen - auch dann noch einmal am Stadion selbst.

Vernebelt: Einige Hertha-Fans zünden Pyrotechnik, anderen verschlägt es den Atem.
Vernebelt: Einige Hertha-Fans zünden Pyrotechnik, anderen verschlägt es den Atem.Foto: Kai-Uwe Heinrich

[16:31] Böller in der Bahnhofstraße: Die Polizei hat die Hertha-Fans, die ohne Halt mit der S-Bahn vom Alex gekommen sind, in Köpenick gleich eingekesselt. Nun werden sie zum Stadion geleitet. Einige Fans werfen Feuerwerkskörper. Die Fans

[16:06] Während die S-Bahn mit den Hertha-Fans ohne Halt direkt vom Alexanderplatz nach Köpenick unterwegs ist, wie Tagesspiegel-Fotograf und Hertha-Fan Kai-Uwe Heinrich meldet, nutzen wir die Gelegenheit für ein kurzes Telefonat mit Olaf Seier. Der ehemalige Unioner ist inzwischen Trainer des Berlin-Ligisten SV Empor, hat aber immer noch gute Verbindungen zu seinem Ex-Verein. Und deshalb lässt er sich das Derby heute natürlich nicht entgehen und wird live im Stadion mitfiebern. "Das wird ein heißer Kampf", meint Seier. Er traut seinen Unionern aber durchaus eine Überraschung zu, allerdings müsse sich die Mannschaft dafür cleverer als in den ersten Saisonspielen anstellen: "Union muss erst einmal defensiv gut stehen und darf sich vom Publikum nicht zu sehr pushen lassen." Vielleicht könne das Team dann mit einem Konter zum Erfolg kommen. Klar ist Seier aber auch, dass Hertha der Favorit nicht nur in diesem Spiel, sondern in der gesamten Zweitliga-Saison ist. Diese Ausgangsposition kennt der einstige Mittelfeldregisseur aber nur zu gut: Zu DDR-Zeiten trat er oft genug gegen den schier übermächtigen BFC an. Es dauerte dann aber bis 1990, ehe er einen Sieg gegen den Erzrivalen feiern konnte. Dabei schoss er dann auch noch den entscheidenden Treffer zum 2:1 - nachzulesen in unserer Serie Berliner Derbys.

[15:48] Nochmal Ströbele: Helmut Schümann behauptet steif und fest, dass er den Ur-Grünen schon mit Freiburg-Schal gesehen hat. Ist das ein Beweis? Der Ur-Sozi Gerhard Schröder hat seine Leidenschaft ja auch nach regionaler Wählerschaft dosiert (Hannover, Dortmund, Cottbus).

[15:19] Neues vom Alexanderplatz, wo sich ca. 800 bis 1000 Hertha-Fans versammelt haben und gleich per Sonder-S-Bahn den Weg Richtung Alte Försterei antreten. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, aber bisher ist alles friedlich.

[15:04] Bertinho92 vermutet die 11Freunde-Redaktion hinter diesem Live-Blog. Diesmal haben die Kollegen allerdings nicht ihre Finger im Spiel - zumindest im Moment. Ab 18 Uhr greift dann aber Lucas Vogelsang zur Tastatur und wird das Spiel live in gewohnter 11Freunde-Manier für Sie tickern. Darauf weisen wir gern noch einmal hin. Und im übrigen ist Lucas Vogelsang inzwischen ein echter Tagesspiegler.

[14:45] Bei "Hanne am Zoo", der Kneipe von Hertha-Legende Hans "Hanne" Weiner, herrscht schon jetzt viel Betrieb, es gibt zahlreiche Reservierungen, u. a. auch von einigen Alt-Herthanern: "Erich Beer, Holger Brück und einige andere Spieler von früher haben sich angekündigt", so Weiner. Dabei ist es für ihn eigentlich gar nicht so ein besonderes Spiel. "Natürlich ist es interessant, aber die ganze Sache wird von der Presse schon ziemlich aufgebauscht." Seine Sympathien sind logischerweise klar verteilt: "Ich tippe 2:1 für Hertha, aber Hauptsache wir gewinnen." Damit sein Verein die Rückkehr in die Bundesliga schafft. Bislang laufe das Geschäft trotz des Abstiegs weiterhin ganz gut, weil das Publikum im Vergleich zu Erstligazeiten ein anderes sei. "Das sind nicht mehr die Massen wie früher, aber die Leute bleiben länger in Berlin." So richtig anfreunden mag sich der einstige Abwehrrecke der Blau-Weißen mit der Zweiten Liga aber dennoch nicht. Aber damit steht er ja beileibe nicht allein da.

[14:22] Neues von Union-Präsident Dirk Zingler. Per Pressemitteilung meldet er sich noch einmal vor dem Anpfiff zu Wort: "Wir freuen uns, dieses Spiel vor ausverkauften Rängen bei uns in Köpenick auszutragen. Ich wünsche mir, das alle Besucher einen wunderschönen und unvergesslichen Abend bei uns verbringen." Zingler bittet beide Fanlager, auf Provokationen insbesondere außerhalb des Stadions zu verzichten. "Es wird zu zahlreichen Kontakten zwischen Unionern und Herthanern kommen, sei es bei der An- und Abreise oder auch während des Spiels. Lasst uns Unioner gute Gastgeber sein, die mit Stolz diesen besonderen Abend zelebrieren. Die Anhänger von Hertha BSC sollten sich bei uns als willkommene Gäste behandelt fühlen und uns als den Gastgebern respektvoll gegenübertreten. Egal wie das Spiel ausgeht – Berlin soll sich noch lange an einen tollen und friedlichen Fußballabend erinnern."

[14:08] Der Kollege Helmut Schümann ("Das Runde muss ins Eckige") sitzt in Kärnten am See und soll eigentlich selbst was schreiben ("Aber wenn man immer vom Derby-Blog abgelenkt wird..."). Schümann meint: Ströbele ist Freiburg-Fan. "Kommt doch sein Vater her, oder?" Das liegt weit daneben. Und in dem Moment kommt mark78 mit der richtigen Lösung: Auweia, liebe Herthaner, es ist tatsächlich der FC Schalke 04. Was Ströbele genau gesagt hat und was viele andere Prominente zum Berliner Derby meinen, steht in der Online-Bildergalerie etwas weiter unten, die wir gerade freigeschaltet haben.

Prominententipps zum Derby
Hans-Christian Ströbele, Grünen-Politiker: "Eigentlich bin ich ja Schalke-Fan, da habe ich früher während meiner Schulzeit in Marl immer mitgelitten. Und ich war auch öfter mit meinem Onkel Herbert Zimmermann, dem berühmten Fußball-Reporter, im Stadion. Deshalb zählt für mich an diesem Wochenende nicht nur das Berliner Derby, ich werde sicher auch das Duell Schalke gegen Dortmund genau verfolgen. In Berlin schlägt mein Herz eher für Union. Auf die alte Tante Hertha stand ich noch nie so. Als Union in die Zweite Liga aufgestiegen ist, habe ich mich sehr gefreut. Und wie die Fans dort das Stadion mitgebaut haben, weckt Sympathien. Für mich ist Union die neue Hoffnung für Berlin. Natürlich spricht nach dem Saisonstart alles für Hertha, aber ich glaube, dass Union auch dank der Unterstützung des eigenen Publikums gewinnen wird."Weitere Bilder anzeigen
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17.09.2010 12:46Hans-Christian Ströbele, Grünen-Politiker: "Eigentlich bin ich ja Schalke-Fan, da habe ich früher während meiner Schulzeit in Marl...

[13:44] Nein, Bertinho92 und guybrush, Preußen Münster ist es auch nicht. Obwohl uns die Begründung von Bertinho92 sehr gefällt: "Die hatten in den Fünfzigern ihre große Zeit. Obwohl ja '100.00-Mark-Sturm', Privatinvestoren und Halbseidene nicht unbedingt Ströbeles politischer Richtung entsprächen."

[13:23] mark78 liegt mit seinem Ströbele-Tipp ebenfalls daneben. Schwarz-Weiß Essen ist auch nicht der Lieblingsklub des Grünen-Politikers.

[13:03] Die Fans von Hertha BSC treffen sich um 14:30 Uhr am Alexanderplatz. Von dort geht es dann mit der S-Bahn Richtung Köpenick. Donato Melillo ist Herthas Fanbeauftragter. Mit ihm haben wir kurz gesprochen:

Herr Milello, für Hertha-Pressesprecher Gerd Graus ist das Derby gegen Union auch nur ein Spiel um drei Punkte. Ist es das für die Fans auch?
"Für uns ist das schon ein bisschen was anderes, aber auch nicht das, was die Medien draus machen."

Inwiefern?
"Es fehlt die Rivalität mit Union. Die entsteht durch das Sportliche, aber weil wir nie gegen Union gespielt haben, fehlt einfach die Tradition. Trotzdem ist mein Puls heute deutlich erhöht."

Welche Atmosphäre erwarten Sie im und um das Stadion herum?
"Es wird sicher interessant, optisch und verbal. Beide Fanlager haben ja einige Choreografien geplant."

Können Sie da schon etwas verraten?
"Natürlich nicht. Das bleibt bis zum Spielbeginn geheim."

[12:37] Hertha hat sich wie auf ein Auswärtsspiel auf den Auftritt in Köpenick vorbereitet und sich sogar in ein Hotel vor Ort eingemietet. Bild.de berichtet heute, dass das Team die Unterkunft allerdings kurzfristig gewechselt hätte. Hertha-Sprecher Gerd Graus bestätigt, dass es in der Tat eine Stornierung gab und man sich in ein anderes Hotel einquartiert habe. Von einer "Flucht" wollte er in diesem Zusammenhang allerdings nicht sprechen. Es sei nur darum gegangen, den Spielern die notwendige Ruhe verschaffen zu wollen. Und deshalb habe man sich anderswo umgesehen. Wo genau, bleibt das Geheimnis von Hertha. Und wie Graus betont, gehe es einzig allein um den Erfolg der Mannschaft. Aber nicht etwa, weil es so ein großes Spiel gegen Union sei. "Das ist es vielleicht für die Medien. Für uns geht es nur um die drei Punkte. Und dafür tun wir alles."

[12:09] Unser Leser Bertinho92 tippt übrigens, dass Christian Ströbeles Lieblingsverein Rot-Weiss Essen ist (wir hatten um 10:03 Uhr gefragt). Damit liegt er leider knapp falsch, aber die ungefähre Richtung stimmt. Es darf also weiter geraten werden, die Auflösung folgt später.

[12:05] Bei Union an der Alten Försterei laufen die Vorbereitungen schon auf Hochtouren. 300 Ordner, darunter auch einige von Hertha, sollen für den reibungslosen Ablauf im Stadion sorgen. Dort gibt es Wurst vom Grill und Bier für alle, aber wie üblich bei Union kein spezielles Unterhaltungsprogramm vor dem Spiel. Um 16 Uhr öffnen die Stadiontore für die knapp 19.000 Zuschauer und 115 akkreditierten Journalisten (u. a. auch aus Norwegen und Großbritannien). Union-Sprecher Christian Arbeit freut sich auf eine friedlich-entspannte, aber laute Atmosphäre und hat noch eine Bitte an die Besucher: "Kommen Sie nicht mit dem Auto, es gibt nur wenige Parkplätze am Stadion." Dazu passt, dass die S-Bahn Richtung Erkner heute nicht nur im Zehn-Minuten-Takt fährt, sondern auch wieder komplette Züge einsetzt. Na dann!

[11:41] An dieser Stelle schon einmal ein herzliches Dankeschön an die Kommentatoren. Zur allgemeinen Erheiterung hat unser Leser "schmidt63" mit seiner originellen Geschichte über das Spielgeschehen beigetragen. Auch wir in der Redaktion haben sehr gelacht.

[11:35] Die Präsidenten Zingler und Gegenbauer waren in dieser Woche zu Gast beim Tagesspiegel. Was sie sich bei uns zu sagen hatten, insbesondere zum Streitthema Stadionmiete, können Sie hier nachlesen. Ganz so herzlich war die Atmosphäre allerdings nicht.

[11:06] In den letzten Tagen haben wir Sie in unserer Reihe "Berliner Derbys" auf das Spiel zwischen Union und Hertha eingestimmt. Im finalen Teil geht es um den legendären 8:0-Sieg des 1. FC Union gegen den Erzrivalen BFC Dynamo. Alle Folgen der Serie finden Sie in unserer Linkliste weiter unten in diesem Text. Und die Fotos zu den einzelnen Derbys können Sie direkt in unserer Bildergalerie noch einmal anklicken.

Berliner Derbys
Ließ 1951 keinen Ball durch. Kurt Birkner (r.) rettet im Stadion an der Cantianstraße in Prenzlauer Berg ein Unentschieden gegen Motor Oberschöneweide.Weitere Bilder anzeigen
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03.09.2012 14:34Ließ 1951 keinen Ball durch. Kurt Birkner (r.) rettet im Stadion an der Cantianstraße in Prenzlauer Berg ein Unentschieden gegen...

[10:37] Ganz großes Thema bei einem Derby ist natürlich die Sicherheit. Die Polizei rechnet allerdings nicht mit Ausschreitungen - obwohl die Beamten natürlich auf alles vorbereitet sind. Polizeisprecher Michael Gassen erklärt gegenüber Tagesspiegel.de: "Natürlich hat so ein Derby einen besonderen Charakter - sportlich und für die Zuschauer. Aber wir sind vorbereitet und glauben zu wissen, was uns erwartet. Wir werden insbesondere die Zufahrtswege überwachen, im Stadion ist dann ja ohnehin der Veranstalter zuständig. Kleinere Störungen kann man zwar nie ganz verhindern, aber wir gehen von einem friedlichen Fußballspiel aus."

[10:03] Im Laufe des Derby-Tages bringen wir hier im Live-Blog viele Stimmen und Tipps von Berliner Prominenten zum Spiel. Den Anfang macht Christian Ströbele - nicht rot, nicht blau, sondern grün, sollte man meinen. Aber: "In Berlin schlägt mein Herz eher für Union", sagt der Ur-Öko und Wahl-Kreuzberger. "Auf die alte Tante Hertha stand ich noch nie so. Als Union in die Zweite Liga aufgestiegen ist, habe ich mich sehr gefreut. Und wie die Fans dort das Stadion mitgebaut haben, weckt Sympathien. Für mich ist Union die neue Hoffnung für Berlin. Natürlich spricht nach dem Saisonstart alles für Hertha, aber ich glaube, dass Union auch dank der Unterstützung des eigenen Publikums gewinnen wird." Aber welchen Fußballklub unterstützt Ströbele denn nun wirklich von ganzem Herzen? Was meinen Sie, liebe Leserkommentatoren? Ein Tipp: Es hat etwas mit seiner Biographie zu tun.

[9:35] Hertha-Trainer Markus Babbel versuchte seine Spieler am Donnerstag schon einmal auf das einzuschwören, was sie in der Alten Försterei erwartet: "Wir werden dort bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen", "Es erwartet uns sehr viel Unsympathie" oder "Man wird uns zwar mit Blumen empfangen, aber da hängen noch die Töpfe dran." Auch Unions Daniel Göhlert redete im Vorfeld nicht lange drumherum: "Es ist kein Spiel wie jedes andere", so der Abwehrspieler. Das könne aber auch helfen, den Fehlstart in die Saison vergessen zu machen: "Unsere bisherigen Auftritte spielen bei der hitzigen Atmosphäre keine Rolle mehr." An der richtigen Einstellung dürfte es bei den Spielern nicht mangeln. Trainer Uwe Neuhaus muss sogar ein bisschen bremsen und hofft bei allen verständlichen Emotionen, dass sein Team "nicht übers Ziel hinausschießt."

[9:00] Herzlich willkommen, liebe Leser, beim Live-Blog von Tagesspiegel.de zum Derby Union gegen Hertha. Das Spiel beginnt zwar erst um 18 Uhr, aber Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude und deswegen liefern wir Ihnen an dieser Stelle aktuelle Nachrichten, Stimmen von Promis, Fans und Ex-Spielern sowie viele Bilder rund um das Duell der beiden Berliner Fußball-Zweitligisten. Und Sie können live mitdebattieren. Was meinen Sie, wer das Derby gewinnt und warum? Ist es wirklich nur ein Fußballspiel, in dem auch bloß drei Punkte vergeben werden oder hat der Ausgang der Begegnung doch mehr Bedeutung für die Klubs? Sieht sich der 1. FC Union zurecht als Außenseiter, der vom Berliner Senat schlechter behandelt wird als die große Hertha oder ist diese Diskussion im Vorfeld als übliches Derby-Geplänkel abzuhandeln? Wir sind gespannt auf Ihre Meinungen und werden Ihre Kommentare aktiv in unser Live-Blog miteinbeziehen. Nutzen Sie dafür einfach das Kommentarfeld am Ende dieses Eintrags! Und dann kann's auch gleich losgehen.

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