Sport : Warten auf den Torwart

Hellmut Krug erklärt, wie viel Zeit sich der Schlussmann lassen darf

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NACHSPIEL

Arena Auf Schalke, 75. Minute. Hans-Jörg Butt, Torwart von Bayer Leverkusen, verwandelt einen Elfmeter zum 3:1 für seine Elf. Auf dem Weg zurück lässt er sich von seinen Mitspielern gerne aufhalten und nimmt eine Gratulation nach der anderen entgegen. Das nutzt der Schalker Mike Hanke aus. Während Butt noch auf dem Rückweg ist, schießt er den Ball vom Anstoßkreis zum 3:2 ein. Hätte der Schiedsrichter nicht warten müssen, bis Butt wieder im Tor steht, Herr Krug?

Es steht ganz klar in der Regel, dass der Schiedsrichter nach einem Tor die Wiederaufnahme des Spiels beschleunigen muss. Er hat nur zu warten, bis die gegnerischen Spieler wieder in der eigenen Hälfte sind und sich außerhalb des Mittelkreises befinden. Das war gegeben. Butt hatte eigentlich genug Zeit, um wieder zurückzukommen. Nur hat er es mit seinem Jubel definitiv übertrieben. Und er muss wissen, dass er sich ohnehin in eine gefährliche Situation begibt, wenn er als Torwart einen Strafstoß schießt. Im Falle eines Fehlschusses hätte er sich noch mehr beeilen müssen. Es gab daher keinen Grund, warum der Schiedsrichter auf ihn hätte warten sollen. Alles andere wäre Zeitvergeudung gewesen, zumal es für Schalke bereits um jede Minute ging. Natürlich hätten Butts Mitspieler ihm helfen können, indem sie sich einfach in der gegnerischen Hälfte mehr Zeit gelassen hätten. Dann hätte der Schiedsrichter den Anstoß noch nicht frei geben dürfen. Aber das war den Spielern wahrscheinlich nicht bewusst. Dass Hanke sich den Ball zunächst selbst vorgelegt hat, wäre nicht nötig gewesen, da aus einem Anstoß seit mehreren Jahren auch direkt ein Tor erzielt werden kann. Er hätte also den Ball vom Anstoß weg einfach nur ins Tor treten müssen. Wenn er sich den Ball tatsächlich selbst vorgelegt und dann ins Tor geschossen hat, wurde der Treffer nicht korrekt erzielt. Dann hätte es indirekten Freistoß wegen zweimaligen Spielens des Balles geben müssen. Durch seine lückenhafte Regelkunde hat es sich Hanke also selbst unnötig schwer gemacht.

Hellmut Krug erklärt im Wechsel mit Manfred Amerell eine aktuelle Szene des Bundesliga-Spieltags. Krug pfiff selbst 17 Jahre in der Bundesliga. Foto: R/D

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