Sport : Warten auf Marcelinho

Der Brasilianer erscheint nicht zum Trainingsauftakt bei Hertha - und muss wieder 20 000 Euro zahlen

Mathias Klappenbach,Friedhard Teuffel

Berlin - Die neue Saison hat angefangen, also eine neue Zeitrechnung, und da kann selbst eine schlechte Nachricht eine gute sein. Es ist unerfreulich, dass Marcelinho nicht rechtzeitig zum Trainingsauftakt seines Klubs Hertha BSC erschienen ist. Der Brasilianer wird frühestens heute in Berlin landen. Herthas Manager Dieter Hoeneß sieht nur das Gute daran: „Die Strafe, die Marcelinho zahlen muss, ist neben dem Erlös aus dem Dauerkarten-Verkauf unsere erste Einnahme der neuen Saison.“ Der verlängerte Urlaub wird Marcelinho 20 000 Euro kosten.

Das ist eine Parallele zur vergangenen Saison, als sich Marcelinho ebenfalls zwei Urlaubstage mehr genehmigt hatte und die gleiche Summe zahlen musste. Ansonsten soll jedoch alles anders werden beim Berliner Bundesligaklub, der nur mit Mühe und Not in der vergangenen Runde dem Abstieg entkommen war. „Ich schaue nicht zurück“, hat der neue Trainer Falko Götz gestern gleich mehrfach gesagt. Er will sich nicht mehr daran erinnern lassen, dass er der Liebling der Fans war, weil er Hertha vor zwei Jahren aus dem Mittelmaß noch in den Uefa-Pokal führte. Er will sich nicht mehr fragen lassen, was alles beim TSV München 1860 passiert ist, bei dem er in der Rückrunde entlassen wurde. Und er möchte auch gar nicht mehr hören, was man bei Hertha aus den Fehlern der vergangenen Saison lernen könnte. „Mein Blick geht nach vorne“, sagt er. „Ich möchte so schnell wie möglich System reinbringen. Ich möchte wieder Spaß am Fußball vermitteln und das selber auch vorleben.“ Die 300 Fans haben dagegen ihre Mannschaft bei der ersten Trainingseinheit zurückhaltend begrüßt. Immerhin haben sich auch ein wenig applaudiert bei den ersten Toren im folgenden Trainingsspiel. Von den Neuzugängen hat gestern nur Oliver Schröder mittrainiert. Yildiray Bastürk ist mit der türkischen Nationalmannschaft auf Länderspielreise, auch der neue zweite Torwart Gerhard Tremmel, er kommt von Hannover 96, war noch nicht dabei. Dafür stand Gabor Kiraly in einem der Tore. Der Ungar hält sich bei Hertha in Form, bis er einen neuen Verein gefunden hat.

Als Marcelinho nach Brasilien geflogen war, hatte er seinen Manager am Flughafen getroffen. Hoeneß flog ebenfalls nach Brasilien, um sich dort nach neuen Spielern umzuschauen. Mitgebracht hat er vorerst keinen, aber zwei, drei interessante Spieler gesehen, die in Frage kommen. Vielleicht wird Hoeneß noch in diesen Tagen einen davon verpflichten, denn im Angriff fehlt den Berlinern ein Spieler. Der soll helfen, das von Hoeneß und Götz ausgegebene Saisonziel zu erreichen. Es heißt „einstelliger Tabellenplatz“. Damit kein Missverständnis aufkommt, hat Hoeneß noch gesagt: „Die einstelligen Plätze beginnen bei Platz neun.“

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