WARUM KENIAS LÄUFER SO STARK SIND : Lange Wege, große Hoffnungen

Die Kalenjin sind der sportlich erfolgreichste kenianische Stamm. Valentijn Trouw vom holländischen Management des Global Sports Camp glaubt, dass die körperlichen Voraussetzungen, das Talent, in der Tradition und Kultur liege. Kalenjin sind Hochlandniloten und traditionelle Viehzüchter. Sie mussten sich viel bewegen und ihre Tiere ständig zu neuen Weiden führen. In entlegenen Regionen legen Kinder von klein auf täglich bis zu fünfzehn Kilometer lange Schulwege zurück.

Patrick Sang, einst selbst erfolgreicher Hürdenläufer und heute Trainer, glaubt an die „Magie der Region“ um Eldoret. Gründe für den Erfolg seiner Läufer seien die Höhenlage, das helle Licht des Hochlandes, das alle Schwermut vertreibe und vor allem der Nachahmereffekt, der sich nach den ersten großen Siegen einiger Läufer eingestellt habe. Die professionelle Vorbereitung findet jedoch in besonderen Leistungszentren statt.

Untersuchungen des Bayreuther Sportwissenschaftlers Walter Schmidt haben ergeben, dass der Erfolg kenianischer Läufer auf einer besseren Laufökonomie und günstigen biomechanischen Voraussetzungen im Vergleich zu weißen Sportlern basiere. Kenianer seien bei gleicher Körpergröße leichter, hätten somit einen geringeren Sauerstoffbedarf und könnten eine höhere Ausdauerleistung erzielen.

Der deutsche Leichtathlet und Olympia-Sieger, Dieter Baumann, der jahrelang in Kenia trainierte, bewundert Disziplin, Beharrlichkeit und Durchsetzungswillen der Kenianer. Für ihn ist es die „Aussicht auf einen ungeheuren gesellschaftlichen Aufstieg“, die dazu führe, solche Massen an Läufern in Bewegung zu setzen. „Sie trainieren mit absoluter Konzentration. Laufen, essen, schlafen, das ist alles was sie brauchen“, sagt Dieter Baumann. glod

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