Sport : Was man trainieren kann

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Am Dienstag noch einmal 90 Minuten in Schweden, dann ist die Qualifikation für Brasilien 2014 Geschichte. Die deutsche Nationalmannschaft hat bei diesem Turnier vor dem Turnier bestätigt, was viele Fans gehofft und die meisten Experten vermutet hatten: Deutschland zählt in Brasilien zu den aussichtsreichen Kandidaten auf den Gewinn des WM-Titels. In einer vergleichsweise anspruchsvollen Gruppe gelangen dem Team von Joachim Löw eindrucksvolle Siege wie das 6:1 in Irland oder das 3:0 gegen Österreich. Pflichtaufgaben gegen Kasachstan oder die Faröer wurden nicht nur als Dienst nach Vorschrift erledigt, sondern mit Spektakel gefüllt. Zugegeben, das ist keine gänzlich neue Erkenntnis, eine gute Nachricht ist es allemal. Das Aus bei der EM gegen Italien hat der Mannschaft keinen mentalen Knacks verpasst.

Über den Entwicklungsstand des Teams sagt die Qualifikation jedoch kaum etwas aus. Wie auch? Das größte Problem war in der Vergangenheit nicht das Toreschießen gegen kleinere Gegner, sondern das Abrufen der eigenen Stärke im entscheidenden Moment. In den Halbfinals gegen Spanien und Italien zeigte Löws Team nie seinen besten Fußball. Den Ernstfall kann man nicht trainieren. Ob die Mannschaft da weiter ist, lässt sich vor der WM nicht sagen.

Trainieren lässt sich dagegen die vorhandene Abwehrschwäche. Das Problem sind nicht die einzelnen Spieler in der Kette hinten, das Defensivverhalten der gesamten Mannschaft ist stark verbesserungswürdig. Auch das ist eine Erkenntnis aus der Qualifikation. Vier Gegentore gegen Schweden, und auch Irland hätte am Freitag gern das eine oder andere Tor machen können. Hier muss Löw ansetzen, soll in Brasilien endlich der langersehnte Titel gewonnen werden. Ansonsten wird es so weitergehen wie bisher: Mit jubelnden Spielern nach geschafften Qualifikationsturnieren – und hängenden Köpfen nach den Endrunden.

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