Sport : Was nicht läuft

Benedikt Voigt

Das Comeback des Thomas Springstein in der Öffentlichkeit währte knapp drei Stunden. Um 11.40 Uhr meldete gestern die Nachrichtenagentur dpa, dass der wegen Dopings einer Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilte Leichtathletiktrainer beim PSV Rostock eine Laufsportgruppe leiten soll. Um 14.45 Uhr machte die Agentur bekannt, dass es doch nicht dazu kommen wird. Der öffentliche Protest gegen das Comeback des verurteilten Dopingtrainers war offenbar zu laut geworden.

Das Kurzcomeback aber wirft eine wichtige Frage auf: Was machen mit verurteilten Dopingsündern und -trainern? Ein gedopter Athlet erhält nach Ablauf seiner Sperre eine zweite Chance, auch ein Trainer sollte sie bekommen. Nur, Thomas Springstein hat diese längst erhalten – und verwirkt. Er ist erstmals 1992 aufgefallen, als seine Läuferin Katrin Krabbe in einen Manipulationsskandal um das Kälbermastmittel Clenbuterol verwickelt war. Seine Verurteilung erfolgte nun wegen eines anderen Falls. Er hoffe, dass irgendwann Gras über die Sache gewachsen sei, hat Springstein nach dem Urteil der „Superillu“ erzählt. Doch genau das darf nicht passieren. Es darf keine dritte Chance für Thomas Springstein geben. Er hat sich als Trainer disqualifiziert, und sei es nur als ehrenamtlicher Übungsleiter einer Laufsportgruppe. Doping stellt auch im Freizeitbereich ein riesiges Problem dar. Thomas Springstein hat als Trainer im Sport keine Zukunft mehr. Er sollte sich besser nach einer Umschulung erkundigen.

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