Sport : Was sonst noch geschah

Die Formel-1-Saison 2002 diesseits von Schumacher

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Schneller als der Weltmeister: Der schnellste Mann des Jahres auf einer Runde war Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer schaffte es im BMW-Williams, den alle überragenden Michael Schumacher nicht nur einmal im Qualifikationstraining zu besiegen. Siebenmal stand Montoya auf dem ersten Startplatz, Schumacher dagegen nur sechsmal.

Mit dem Wissen zum Gegner: Der spektakulärste Wechsel spielte sich nicht auf dem Fahrer-, sondern auf dem Techniker-Markt ab. Zum Saisonende beendete Dr. Werner Laurenz, der als Vater des BMW-Motors gilt, die Seiten. Das Aggregat aus München gilt als das stärkste in der Formel 1. Laurenz geht ausgerechnet zu Mercedes nach Stuttgart, zum Erzrivalen von BMW, mit einer Menge Informationen und Wissen im Gepäck.

Erst Ferrari, dann Minardi: Max Mosley wartete mit einer Idee auf, um der Formel 1 mehr Spannung zu verleihen. „Mein persönlicher Favorit bleibt der Fahrertausch. Es wäre faszinierend, bei jedem Rennen neue Kombinationen von Fahrern und Teams zu sehen“, sagte der Präsident des Automobil-Weltverbandes. Schnell realisierbar ist für Mosley aber nicht der Cockpitwechsel, so zwischen Michael Schumacher im Ferrari und Alex Yoong im Minardi, sondern eine andere Idee. Dabei sollten die Fahrer ab einer bestimmten Punktzahl für jeden weiteren WM-Zähler ein Kilo Zusatzgewicht erhalten.

Bewährung für einen Dieb: Das Amtsgericht Braunschweig hat den Dieb, der im Februar dieses Jahres einen Helm von Michael Schumacher gestohlen hatte, durch Strafbefehl zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Das Gericht setzte die Strafe zur Bewährung aus. Der 53-Jährige erhielt die Auflage, 2000 Euro an einen gemeinnützigen Jugendverein zu zahlen.

Freie Fahrt für den Sohn: 16 Jahre nach dem Rücktritt seines Vaters Keke steht Sohn Nico Rosberg (17) vor einem Debüt in der Formel 1. Der Sohn des Formel-1-Weltmeisters von 1982 darf als Belohnung für den Gesamtsieg in der BMW-ADAC-Meisterschaft im aktuellen BMW-Williams, mit dem sonst Ralf Schumacher und Juan Pabo Montoya unterwegs sind, eine Testfahrt machen.

Ein Team nicht im Ziel: Der unschöne Abschied der hochverschuldeten Arrows- Teams von Tom Walkinshaw zog sich über mehrere Rennen hin. Nach nicht bezahlten Motoren-Raten, halbem Antreten, freiwilliger Nichtqualifikation, Verkaufs- und Übernahme-Gerüchten und schließlich dem endgültigen Wegbleiben von der Rennstrecke kam das Aus. Der Hauptleidtragende war dabei Heinz-Harald Frentzen aus Mönchengladbach, der Arrows in der ersten Saisonhälfte mit starker Entwicklungsarbeit und Klasseleistungen von ganz hinten ins Mittelfeld führte.

Vorfahrt für die Sicherheit: Was schlimm aussah, überstanden in Österreich Nick Heidfeld und Takuma Sato ohne größere Blessuren. Als der Mönchengladbacher Heidfeld mit dem Sauber bei Tempo 280 durchs Feld kreiselte und mit dem Heck in die Seite des Jordan des Japaners einschlug, sah es zunächst nicht danach aus. Aber auch die Trainingsunfälle von Gianni Fisichella in Frankreich und Allan McNish in Japan waren äußerst heftig, bewiesen aber auch, wie sicher die Formel-1-Autos geworden sind.

Panne beim Zieleinlauf: Eine Panne, mit der nun wirklich niemand rechnen konnte, verursachte Michael Schumacher, als er beim Zieleinlauf in Indianapolis ein Fotofinish mit Rubens Barrichello inszenieren wollte. Schließlich hatte ihm Teamchef Jean Todt verboten, seinem Teamkollegen den Sieg von Österreich zurückzugeben. Schumacher verschätzte sich aber und plötzlich war der Brasilianer um ein paar Zentimeter vorn.

Bei Sauber ausgemustert: Zur tragischen Figur wurde Felipe Massa. Der junge Brasilianer in Sauber-Diensten hätte eigentlich einer der Aufsteiger des Jahres sein können, wurde zum Beispiel auch von seinem Teamkollegen Nick Heidfeld für „genauso stark" eingeschätzt wie im Vorjahr Kimi Räikkönen. Trotzdem bekam er keinen neuen Vertrag für 2003.

Viel Geld und wenig Leistung: Enttäuschend - trotz des dritten Platzes von Eddie Irvine in Monza - verlief die Saison für das finanzstarke Team Jaguar. In der ersten Saisonhälfte fuhren die Grünen hoffnungslos hinterher. Als es dann schien, als könne sich Teamchef Niki Lauda doch über einen Aufschwung freuen, ging es wieder bergab. Karin Sturm

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