Wasserball : Flippig und ehrgeizig

Die Spandauer Wasserballer setzen auf Nachwuchs.

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Foto: promo

Berlin - Berlin, man glaubt es kaum, ist ein Dorf. Zumindest im Wasserball. Fast alle, die am Samstag im Bundesliga-Lokalderby zwischen der SG Neukölln und Rekordmeister Spandau 04 aufeinandertrafen, haben schon mal in einer Mannschaft gespielt, zumeist in der Jugend. Heute könnte man sagen, dass jene Talente, die ihren Sport mit großen Ambitionen betreiben, die Kappe der Wasserfreunde tragen. Andere, denen dieser Anspruch zumindest partiell abhandengekommen ist, sind in Neukölln aktiv. In den anderthalb Jahrzehnten, seit Neukölln in die Erste Liga aufgestiegen ist, konnte der Klub nur einen Punkt gegen Spandau gewinnen. Diesmal ging das Match mit 18:5 an die Gäste. „Wir hätten es gern enger gehabt“, sagte Neuköllns Trainer Peter Driske, verwies aber auf sein junges Team. „Die Jugend ist der Weg für den deutschen Wasserball, anders geht es nicht.“

Das freilich hat auch Spandau längst erkannt. Zwar dominieren im Kader des Serienmeisters noch die Routiniers: Andreas Schlotterbeck, Marko Savic, Moritz Oeler und Florian Naroska erzielten 15 der 18 Treffer für den Sieger, der unangefochten Tabellenerster bleibt. Aber dahinter machten in Marko Stamm, Tobias Preuß (beide Jahrgang 1988), sowie Jeldrik Biegel (Jahrgang 1990) und Maurice Jüngling Jüngere auf sich aufmerksam. „Jüngling ist ein gutes Beispiel. Der kann beißen, richtig kämpfen und ist enorm ehrgeizig“, sagt Manager Peter Röhle über den 18 Jahre alten Elftklässler, den er als Trainer der DSV-Juniorenauswahl betreut. Anfang des Jahres hat Nationalcoach Hagen Stamm den flippigen Burschen in den erweiterten A-Kader berufen.

„Das hat mir noch einmal einen Schub gegeben, schließlich sind die Olympischen Spiele 2012 in London nicht mehr weit“, sagt der Teenager. Jüngling, dessen Vater aus dem Senegal stammt, hat sportlich viel probiert, ehe er 2000 beim Wasserball landete. Drei Jahre später wechselte er von der SG Schöneberg nach Spandau. Gleich drei früheren Spandauern seines Jahrgangs stand er am Samstag gegenüber – vor der Saison haben sie stadtintern den Verein gewechselt. Für Jüngling war das kein Thema. „Wenn, dann Spandau.“ Dass er anderswo vielleicht mehr Spielzeit hätte, war für ihn keine Verlockung.

„Ich glaube, dass ich bei den Wasserfreunden der beste Wasserballer werden kann“, sagt er. Und so kniete er sich auch gegen Neukölln mit Leidenschaft in seine Aufgabe. „Für mich war das kein Lullerspiel. Ich wollte mich zeigen“, sagt er. Zumindest einen Treffer trug er bei. Als sehr ehrgeizig beschreibt sich Jüngling: „Ich kann überall auch noch besser werden.“ Genau die Einstellung, um bei Spandau 04 erfolgreich zu sein. Klaus Weise

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