Sport : Wasserball: Im schlimmsten Falle wird in Japan gezeltet

Die deutschen Wasserballer schafften bei den Europameisterschaften in Budapest einen versöhnlichen Abschluss. Nach einem 8:6-Erfolg am Freitagabend über Holland belegen sie Rang neun. Der berechtigt immerhin noch zum Start bei den Weltmeisterschaften in Fukuoka (16. bis 29. Juli) Allerdings: Das 180 000 Mark teure Unternehmen ist noch keinesfalls gesichert, der Etat für die Weltmeisterschaft noch nicht endgültig gedeckt. "Zur Not zelten wir in Japan", sagt Honorar-Bundestrainer Hagen Stamm. Der zweimalige Europameister aus Berlin und Präsident der Wasserfreunde Spandau 04 hatte seinen Verbleib auf dem Trainersessel von der WM-Qualifikation abhängig gemacht und vor dem Europameisterschafts-Auftakt mindestens Rang acht als Ziel formuliert. Am Ende reichte Platz neun.

Titelverteidiger Ungarn wurde in Budapest entthront. Der Rekord-Olympiasieger unterlag am Freitagabend Italien 7:8. Endspielgegner der Italiener ist am Sonntag Jugoslawien, das sich mit 8:6 gegen Kroatien durchsetzte.

Die Vertretung des Deutschen Schwimm-Verbandes erwischte für die Weltmeisterschaften ein sehr schweres Los. In der Gruppe B trifft sie zunächst auf Griechenland (19. Juli), dann auf Kasachstan (21. Juli) und schließlich auf Ungarn (22. Juli). Der Kommentar von Hagen Stamm: "Härter hätte es kaum kommen können." Gegen Griechenland hatten die Deutschen in Budapest zweimal chancenlos verloren.

Gegen die Niederlande legte Torjäger Thomas Schwertwitis vom Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04 endlich seine Ladehemmung ab und erzielte allein drei Treffer. Sein Tor zum 2:1 war zugleich das 600. DSV-Tor gegen die Niederlande, im 106. Duell in 75 Jahren war es der 55. Sieg. Neben Schwertwitis trafen Marc Politze aus Hannover (2), Tobias Kreuzmann aus Duisburg (2) und Patrick Weissinger (Spandau). Insgesamt erzielte die deutsche Mannschaft, die beim 5:5 gegen Vize-Europameister Kroatien zumindest einen Prestige-Erfolg feierte, in Budapest 43 Tore. Politze war mit acht Treffern erfolgreichster Werfer der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft in Ungarn.

Die deutschen Frauen hatten in Budapest den siebten Platz belegt und damit die WM-Qualifikation verpasst. Das Team von Bundestrainer Marcel ter Bals hatte zum Abschluss zumindest das Platzierungsspiel gegen Frankreich 7:6 gewonnen. Bei den Frauen wurde Gastgeber Ungarn nach einem 10:8 über Italien Europameister.

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