Wasserball : Serbien schlägt Montenegro

Im Spiel um Platz drei des olympischen Wasserball-Turniers spielten zwei Länder gegeneinander, die vor kurzem noch ein Land waren und ein Team stellten: Serbien schlug Montenegro. Ungarn holt Gold gegen die USA. Die Deutschen werden Zehnter.

Serbien hat durch den 6:4 (2:0,2:1,2:1,0:2)-Sieg Olympia-Bronze. Montenegro verpasste die Chance, die starke Leistung von der Europameisterschaft, als das kleine Balkan-Land den Titel holte, zu bestätigen. Damals verlor Serbien das Finale.

Das Endspiel um Gold gewann in Peking die Wasserball-Nation Ungarn gegen die USA, die in der Vorrunde das deutsche Team entscheidend geschlagen hatten. Ungarn besiegte die Amerikaner mit 14:10 (6:4,3:4,2:1,3:1). 

Prügelei unter Teamkameraden

Vor dem Bronze-Spiel hatten sich die serbischen Nationalspieler Denis Sefik und Aleksandar Sapic Peking gegenseitig um ihren
finalen Einsatz im Bronze-Spiel gebracht. gegen Europameister Montenegro gebracht. Nach der 5:10-Niederlage im Halbfinale am Freitag gegen die USA gerieten Torhüter Sefik und Torjäger Sapic so heftig aneinander, dass Sefik einen Bruch an der Hand und Sapic eine Beinverletzung erlitt.

Deutschland verliert Platzierungsspiel

Das 8:10 (3:4, 1:1, 1:1, 3:4) im olympischen Platzierungsspiel um Rang neun gegen Italien ließ Bundestrainer Hagen Stamm in seiner Analyse nachdenklich werden. „Wir haben Defizite. Und die haben wir acht Jahre übertüncht“, sagte der frühere Weltklasse-Center von den Wasserfreunden Spandau 04. Riesige Probleme bei der Nachwuchsarbeit, zu wenig Professionalität, ein zu geringes Potenzial an Nationalspielern - „so geht es nicht weiter“, klagte Stamm, ehe der Olympia-Dritte von 1984 im Yingdong-Natatorium von Peking seine Ausführungen abbrach. Er wollte noch nicht in die Offensive gehen, wollte den Verantwortlichen
im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) seinen Forderungskatalog zu diesem Zeitpunkt nicht offenbaren.

Bundestrainer Hagen Stamm macht wohl weiter

Doch Stamms Andeutungen nach Platz zehn lassen einen Rückschluss zu: Auch nach acht Jahren als Chefcoach soll seine Mission noch nicht beendet sein, der „Wasserball-Junkie“ hat Lust, am abermaligen Neuaufbau eines Teams für London 2012 maßgeblich beteiligt zu sein.

Das wird schwer. Langjährige Stammspieler wie Angreifer Thomas Schertwitis (35) oder Torhüter Alexander Tchigir (39) beenden nach Peking ihre internationale Karriere oder dürfen sie, wie der ehemalige Kapitän Steffen Dierolf (wegen eines Herzfehlers), nicht fortsetzen. Stamm ist eines bewusst: „Es muss ein Schnitt gemacht werden.“ Der könnte wehtun, obwohl sich der Olympia-Fünfte von Athen schon vorzeitig für die WM 2009 und die EM 2010 qualifiziert hat.

„Ich bin nicht traurig“, hielt Stamm fest. Er und Spielführer Sören Mackeben waren einer Meinung. „Wir wollten mehr. Aber man wird schnell nach unten durchgereicht“, lautete Mackebens Schlussbilanz nach nur zwei Siegen in sieben Partien. „Müde und ausgelaugt“ sei sein Team gewesen, meinte Stamm. Drei Olympia-Qualifikationen und die auf Platz sechs beendete Europameisterschaft in Malaga forderten in China ihren Tribut.

"Sinnloses Spiel um die goldene Blumenvase"

„Die mentale Kraft fehlte“, sagte Stamm nach einem „sinnlosen Spiel“, in dem es für ihn nur noch „um die goldene Blumenvase“ ging. Stamm: „Wir haben dilettantische Fehler gemacht und den Italienern Tore geschenkt.“ Sein Bedauern galt Schertwitis und Tchigir: „Es tut mir leid, dass die beiden ihre Karrieren mit einem solchen Turnier beenden müssen.“ (dpa)

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