Sport : Wasserball: Spandau siegt 9:8 und steht vor dem Titelgewinn

Niels Surburg

Berlin - Die Spieluhr in der Schöneberger Schwimmhalle zeigt nur noch 1,2 Sekunden an. Die Zuschauer toben, als Nationalspieler Moritz Oeler den Ball mit atemberaubender Wucht wirft – und dieser unter der Latte im Duisburger Tor einschlägt. Der Wasserballer von Spandau 04 jubelte und drückte seinen Körper vor Begeisterung so hoch aus dem Wasser, als stünde er auf einer Treppe.

Es war ein äußerst wichtiger Treffer. Mit 9:8 (4:1, 0:3, 3:1, 2:3) gewannen die Wasserfreunde Spandau 04 gegen ASC Duisburg das dritte Finalspiel der Serie nach dem Modus „Best of five“ und führen nun mit 2:1 nach Siegen. Spandaus Trainer Nebojsa Novoselac war zufrieden: „Im Gegensatz zum letzten Spiel haben wir zu Beginn nicht so nervös gespielt und unsere Verteidigung verbessert.“ Am Freitag hatten sich die Berliner noch eine überraschende 9:10-Heimniederlage geleistet.

Diesmal aber ließen die Spandauer eine deutliche Leistungssteigerung erkennen. Besonders in der besser geordneten Defensive. Und wenn die Duisburger zum Wurf kamen, parierte oftmals der 42-jährige Schlussmann Alexander Tchigir. Nach 26 Sekunden brachte Oeler die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Erik Bukowski, Marc Politze und Andreas Schlotterbeck sorgten mit ihren Toren zum zwischenzeitlichen 4:0-Vorsprung. Jan Oberschernikat konnte eine Minute vor Viertelende auf 1:4 verkürzen.

Im zweiten Viertel bestätigten die Duisburger ihre Leistung aus dem Sieg vom Freitag, erzielten drei Treffer in Folge und glichen zum 4:4-Pausenstand aus. Spandau hatte zwei Überzahlangriffe ohne Erfolg vergeben. Nach dem Seitenwechsel schalteten die Wasserfreunde einen Gang höher und zogen durch einen 3:0-Lauf auf 7:4 davon. Mit wieviel Kampf und Leidenschaft beide Mannschaften im Spiel waren, zeigte eine Rangelei von Thomas Lucas und Marko Stamm, bei der sofort noch weitere Spieler mitmischten.

Im Schlussviertel kam Duisburg noch einmal zurück. Kapitän Tobias Kreuzmann erzielte 30 Sekunden vor Schluss den 8:8-Ausgleich. Spandau-Trainer Novoselac nahm eine Auszeit – und dann kam Oeler. „Wir haben uns selbst in die Lage gebracht, das tat nicht Not“, sagte der 26-Jährige.

Anschließend standen die  Schiedsrichter durch einige kleinliche Entscheidungen in der Kritik. „Die Schiedsrichter haben zu viel gepfiffen, das ist nicht gut für unseren Sport und unsere Zuschauer“, sagt Novoselac. Am Montag kommt es zum vierten Finalspiel in Duisburg. Bei einem Sieg sichern sich die Wasserfreunde den 31. Meistertitel. Bei einer Niederlage kommt es am Mittwoch in Berlin zum entscheidenden fünften Spiel.

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