Sport : Wasserball: Zweifel an Spandau 04

Hartmut Moheit

Berlin - Spandau 04 wird heute wohl leichtes Spiel haben. Zum Auftakt der neuen Bundesligasaison im Wasserball empfängt der Rekordmeister mit dem SC Magdeburg den Aufsteiger, und am großen Leistungsgefälle zwischen der Spitze und den Abstiegskandidaten dürfte sich nichts ändern. „Ganz klar, wir wollen den 27. Titel“, sagt Spandaus Trainer Peter Röhle, dessen neun Kollegen in der obligatorischen Umfrage vor Saisonbeginn diesmal nicht von der Favoritenrolle der Berliner überzeugt sind. „Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals fünf Trainer nicht für Spandau gestimmt hätten“, sagt Bundestrainer Hagen Stamm, der auch Präsident des Spandauer Vereins ist.

Dieses Quintett traut dem SV Cannstatt den ersten Titel seiner Vereinsgeschichte zu. Zum einen, weil Spandau 04 mit Sören Mackeben (nach Ungarn) und Gabriel Hernandez (zurück nach Spanien) zwei prominente Spieler nicht mehr aufbieten kann. Zum anderen, weil Cannstatts Trainer Andras Feher auf das eingespielte Team vom Vorjahr setzen kann. Ob das allein reicht? Hinter dieser Prognose steht wohl auch Wunschdenken, denn seit mehr als zwei Jahren haben die Berliner gegen keine deutsche Mannschaft verloren.

Interessanter dürfte es dagegen sein, wie sich die vom Weltverband Fina bei der WM beschlossenen neuen Regeln auf das Gesamtniveau auswirken. Die Spielzeit wurde von vier mal neun auf vier mal acht Minuten verkürzt und die Angriffszeit von 35 auf 30 Sekunden. Vier- und Sieben-Meter-Linie entfallen zu Gunsten einer Fünf-Meter-Linie, die sowohl für Strafwürfe als auch für direkte Freiwürfe auf das Tor gilt. Das Spiel soll dadurch schneller und athletischer werden. Das sind alles Faktoren, die eher den erfahrenen Spandauern zugute kommen. Vielleicht auch der SG Neukölln, die sich im Schatten der Spandauer kontinuierlich entwickelt hat. Deren Saisonziel vor dem heutigen Auftakt bei Bayer Uerdingen heißt deshalb sogar Halbfinale. Der Meistertipp von Trainer Frank Buchholz lautet: SV Cannstatt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar