Sport : Wasserballer scheitern an Russland

Martin Hägele

Athen – An Hagen Stamms Gesten lässt sich ablesen, wie es um die deutschen Wasserballer bestellt ist. Der Bundestrainer hatte gestern Nachmittag am Rande des Olympischen Pools die Hände vors Gesicht genommen, den Kopf geschüttelt, und wenn er sich ein paar Schritte bewegte, tat er das mit hängenden Schultern. Der Mann spürte, dass seine Leute einen Tag erwischt hatten, an dem es nicht möglich war, um eine Medaille zu spielen. 5:12 verloren sie schließlich im Viertelfinale gegen Russland – zwischendurch deutete das Resultat sogar noch auf eine höhere Niederlage hin.

Stamm ist Realist. Und wenn man so will, haben die deutschen Wasserballer bei diesem Turnier die Erwartungen deutlich übertroffen. „Wir gehören absolut nicht zu den vier Besten der Welt“, gibt Stamm zu. Center Thomas Schertwitis und der wurfgewaltige Rückraumschütze Heiko Nossek verschusselten gegen die Russen die ersten Möglichkeiten. „Wenn die Russen erst mal ins Rollen kommen, gibt es für die kein Halten mehr“, sagte Kapitän Patrick Weissinger nach der klaren Niederlage.

Die Spieler der russischen Mannschaft sind im Durchschnitt sieben bis acht Jahre älter als Stamms Team, und wenn man die internationalen Einsätze zum Vergleich addiert, dann standen schon auf dem Papier 3354 Länderspiele gegen 1552 Berufungen für Deutschland. „Man hat ganz einfach gemerkt, dass noch keiner meiner Feldspieler bei einem Olympia-Turnier mitgemacht hat“, sagte Stamm.

Trotzdem ist das Olympia-Comeback nach dem Fehlen bei den Spielen 2000 gelungen: Bereits mit dem Einzug in die Finalrunde hatte sich die Auswahl für die WM 2005 qualifiziert. Und gegen Spanien geht es am Sonntag immerhin noch um den fünften Platz.

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