Sport : Wasserfreunde im Ausnahmezustand

Die Wasserballer von Spandau 04 treffen heute in der Euroleague auf Budapest

Hartmut Moheit

Berlin - Von großer Mathematik hält Peter Röhle wenig. Seine Rechnung lautet einfach: „Mit vier Siegen sind wir sicher weiter – trotz der zwei Niederlagen zum Auftakt.“ Die Frage ist nur, ob der Trainer der Wasserfreunde Spandau 04 das auch seinen Spielern vermitteln konnte? Schließlich erwarten sie heute keinen Bundesliga-Kontrahenten zum Punktspiel, das sie ohnehin wieder gewinnen würden, sondern mit Domino BHSE Budapest ab 19.30 Uhr in der Schöneberger Schwimmhalle ein Top-Team in der Wasserball-Euroleague. Die Spandauer sind nach Auswärtsniederlagen in Neapel (9:12) und in Zagreb (7:8) bereits mit vier Minuspunkten belastet. Deshalb kann sich Röhle auch gar nicht erst mit Rechenexempeln befassen.

„Ich weiß schon , was mich erwartet“, sagt Andreas Schlotterbeck. „Die Centerverteidiger bei Budapest sind Attila Vari und Rajmond Fodor.“ Während Vari eher der schnelle, kampfkräftige Typ ist, dominiert bei Fodor die Technik. Wie Schlotterbeck mit diesen zwei Weltklassespielern fertig wird, davon wird auch abhängen, ob Spandau eine Siegchance hat. Dass er dabei hart zur Sache gehen muss, und Herausstellungen sich nicht vermeiden lassen werden, darauf hat Peter Röhle im Training noch einmal besonders hingewiesen. „Wir haben vor allem das Spiel in Über- und in Unterzahl geübt“, sagt er. Seine Hoffnungen beruhen auch darauf, dass sich die mit weiteren Olympiasiegern wie Tibor Benedek, Gergely Kiss, Tamas Molnar und Peter Biros anreisenden Gäste ein paar Fouls leisten werden, und nicht nur die Spandauer dazu animieren.

„Sie sind zu packen“, sagt ausgerechnet Sören Mackeben, der den Wasserfreunden in dieser Saison an allen Ecken und Enden fehlt. Mackeben spielt bei ZF Eger in Ungarn. Ihm hat Peter Röhle wenigstens ein aktuelles Video über Budapest zu verdanken. „Im Pokalfinale habe ich mit Eger gegen diese Mannschaft12:8 gewonnen. Es muss alles passen, das ist Voraussetzung für einen Sieg“, sagt der ehemalige Berliner Kapitän Mackeben.

Es darf aber bezweifelt werden, dass sich ein besonderer Wunsch des Spandauer Trainers erfüllt: „Vielleicht unterschätzt uns Budapest.“ Daran mag auch Marc Politze nicht glauben: „Wir müssen einfach unsere beste Leistung bringen, und ich hoffe auch auf eine lautstarke Unterstützung durch unsere Fans.“ Deren Laune sollte heute wieder bestens sein, denn sie erwartet ab 18.30 Uhr ein Rahmenprogramm, das nach dem Spiel in eine Party übergehen wird. Organisiert wird dieses „Wasserball mal anders“ von der ehemaligen Weltklasse-Schwimmerin Katrin Meißner. „Alle drei Euroleague-Heimspiele sollen so zu Höhepunkten werden“, sagt sie. Eine Abwechslung zum eintönigen Bundesliga-Alltag, in dem Peter Röhle schon jahrelang nicht mehr irgendwelche Chancen errechnen muss – Siege sind da selbstverständlich.

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