Wassersport : Segeln: Berliner enttäuschen auf dem Wasser

In der Relegation für die neue Bundesliga-Saison schaffen es drei von sechs Berliner Vereinen in die Zweite Liga.

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Stabile Seitenlage. Ein Zweikampf bei der Ausscheidung zur Segel-Bundesliga auf der Flensburger Förde.
Stabile Seitenlage. Ein Zweikampf bei der Ausscheidung zur Segel-Bundesliga auf der Flensburger Förde.Foto: promo

Berlin - Man habe schon „nach fünf Minuten“ erkannt, sagt ein Beteiligter, wer im Vorfeld trainiert hatte. Und er fügt hinzu: Manche Konkurrenten um den Einzug in die Erste Liga des Segelns hätten eben mehr Aufwand betrieben als andere oder das Glück gehabt, fertige Mannschaften ins Rennen schicken zu können. So wie die Segelkameradschaft „Wappen von Bremen“. Der Traditionsklub von der Weser gilt eigentlich als Hochseeverein, der seine Schiffe auf ausgedehnte Törns an den Polarkreis oder sonst wohin schickt, wo es ungemütlich und spektakulär zu werden verspricht. Doch 2008 schaffte sich der Klub zwei J80-Boote für den Nachwuchs an. Der nimmt seither regelmäßig an Regatten in dieser Bootsklasse teil, derselben, mit der am Wochenende in Glücksburg 61 Vereine aus Deutschland um einen der fünf Plätze für die Erste Liga und 18 weitere für die Zweite Segel-Bundesliga kämpften.

Es überrascht deshalb nicht, dass sich unter den besten fünf Klubs das Team der Bremer Segelkameradschaft befindet. Ebenfalls für die Erste Liga qualifiziert haben sich der Favorit vom Kieler Yachtklub – als Sieger – sowie Mannschaften aus Ueberlingen am Bodensee (2. Platz), Itzehoe (3. Platz) und Düsseldorf (5. Platz). Knapp die Erstklassigkeit verpasst haben der große Hamburger Segel Club, der Bayer-Werksklub aus Uerdingen und der Potsdamer Yachtklub (PYC).

Wobei sie in Berlin zurückhaltend umgehen mit ihrer Enttäuschung. Daniel Ebeling, der kurzfristig als Skipper passen musste, die Segelcrew seines PYC aber als Coach nach Glücksburg begleitet hat, hält den 10. Relegationsrang für ein tolles Ergebnis. Denn die zweitägigen Ausscheidungsfahrten auf der Flensburger Förde hatten für die Potsdamer schlecht begonnen. Zum Auftakt herrschte Nebel und wenig Wind. Die Starts missrieten. Immer wieder musste sich das PYC-Quartett aus der Windabdeckung eines Konkurrenten herauslavieren, was Platz braucht und vor allem Zeit. Zeit, die man nicht hat auf dem kurzen Kurs. Am Ende des ersten Wettkampftages lag die PYC- Crew auf dem 36. Rang. Damit hätte sie nicht mal in der Zweiten Liga starten können.

Kleinere, agilere Boote müssen her - ein Szenario, das die Vereinsvorstände fürchten

Am Folgetag war mehr Wind. Das half. Vier Siege holte sich der PYC. Sogar den Kieler Yachtclub konnte er im direkten Vergleich besiegen, indem er den Verfolger mit kaltschnäuzigem Manöver in die Defensive drängte.

Sechs Berliner Segelvereine sind in Glücksburg angetreten, drei haben es in die Zweite Liga geschafft. Neben dem PYC, der aktuell auf Rang fünf liegt, wetteifern noch der Klub am Rupenhorn auf Rang elf und die Segelvereinigung 1903 auf dem 16. Rang um jeweils einen der fünf Aufstiegsplätze. Was dafür zu tun ist, haben die Tage von Glücksburg allen Beteiligten deutlich gemacht. Sie benötigen eigene J 80-Boote, um bei allen Windverhältnissen zu trainieren. Und wenn sie es dann geschafft haben sollten, steht die Anschaffung einer etwas kleineren, agileren J 70 an. Es ist ein Szenario, wie sie es in den Vereinsvorständen fürchten. Denn plötzlich kostet der Wettbewerb Geld, der bislang wie eine schöne Gelegenheit wirkte, das Vereinsrenommee aufzupolieren. Aber es ist eben auch so: Von all den großen Seglernamen, die im Vorfeld gehandelt wurden, von den Olympiasiegern, Welt- und Landesmeistern, hat es am Ende keiner unter die ersten Fünf geschafft.

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