Wechsel in der Formel 1 : Button wechselt von Brawn zu McLaren

Der Formel-1-Weltmeister Jenson Button bildet jetzt ein Team mit seinem britischen Landsmann Lewis Hamilton. McLaren hat damit die Weltmeister der vergangenen beiden Jahre in seinen Reihen.

Karin Sturm
BBC: Button-Wechsel zu McLaren perfekt
McLaren holt den Weltmeister. Jenson Button bejubelt den Titelgewinn.Foto: dpa

Berlin - Nach Tagen der Gerüchte kam am Mittwochnachmittag von McLaren die offizielle Bestätigung: Weltmeister Jenson Button hat einen mehrjährigen Vertrag mit dem Team unterschrieben und verlässt Brawn GP. Damit hat die Mannschaft von Teamchef Martin Whitmarsh in Lewis Hamilton und Button die Weltmeister der vergangenen beiden Jahre in ihren Reihen – und gleichzeitig die erste Paarung von britischen Weltmeistern seit Graham Hill und Jim Clark 1968 bei Lotus. Button sagte, es sei ihm nicht leicht gefallen, sein altes Team nach so langer Zeit zu verlassen. „Auch wenn ich die Weltmeisterschaft mit Brawn im vergangenen Jahr gewonnen habe – und das werde ich nie vergessen – habe ich immer betont, dass ich mir weiter neue Herausforderungen suchen will“, teilte der 29-Jährige mit. Bei McLaren habe ihn die Geschichte beeindruckt, das Team sei eines der größten des Sports.

„Es war immer unsere Politik, die beiden besten verfügbaren Piloten zu verpflichten“, wurdeWhitmarsh in der Presserklärung zitiert – wobei die Wahrheit im Hintergrund ein bisschen anders aussehen dürfte. Aus rein sportlicher Sicht hätte der McLaren-Teamchef, so kann man unter der Hand hören, lieber Nick Heidfeld zu den Briten geholt. Doch der Wunsch von Ron Dennis, der in Wirklichkeit bei McLaren immer noch die Strippen zieht, Mercedes zum Abschied noch eins auszuwischen, in dem man den Stuttgarten den amtierenden Weltmeister und die Startnummer 1 vor der Nase wegschnappt, war stärker. Dazu kam der Einfluss von Sponsor Vodafone, der sich für ein rein britisches Team mit den beiden Weltmeistern stark machte.

Es wird sich zeigen, ob sich Button mit dem Deal wirklich einen Gefallen getan hat: Sicher, er verdient nun mehr Geld – man spricht von acht Millionen Euro pro Jahr. Neben dem fahrerisch starken und im Team etablierten Lewis Hamilton läuft Button aber Gefahr, zur Nummer zwei zu werden und unfreiwillig den Beweis zu liefern, den WM-Titel 2009 nur dem überlegenen Auto von Brawn zu verdanken.

Mercedes wird sich nach Buttons Abgang wohl Nick Heidfeld als zweiten Fahrer neben Nico Rosberg ins gerade übernommene Team holen. Außer Heidfeld ist allerdings auch kaum noch ein Fahrer auf dem Markt: Kimi Räikkönen hat verkündet, dass er 2010 nicht Formel 1 fahren wird, Fahrer wie Kovalainen oder Trulli sind vom Leistungsvermögen keine ernsthafte Konkurrenz für Heidfeld.

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