Wechsel nach China : Magath und Mao

Felix Magath und Mao Zedong haben vieles gemeinsam. Deshalb ist es nur logisch, dass der Fußballtrainer jetzt in China anheuert. Ein Kommentar

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Felix Magath versucht sich demnächst in China.
Felix Magath versucht sich demnächst in China.Foto: picture alliance / dpa

Unnachgiebig, völlig von sich überzeugt, in seinen innovativen Methoden nicht gerade zimperlich: Mao Zedong hätte einen guten Fußballtrainer abgegeben. Der Staatsgründer der Volksrepublik China führte sein Land in die Moderne, ohne dabei Rücksicht auf jene zu nehmen, die dabei auf der Strecke blieben oder anderer Meinung waren. Felix Magath ist in seiner Karriere bisher ganz ähnlich vorgegangen. Insofern ist es nur logisch und richtig, dass Magath künftig in China beim Erstligisten Shandong Luneng Taishan FC arbeiten wird. Womöglich wird das chinesische Volk in dem deutschen Trainer sogar eine Reinkarnation des Großen Vorsitzenden Mao erkennen – die Parallelen sind jedenfalls nicht zu übersehen.

Ähnlich wie China vor Mao war auch der VfL Wolfsburg vor Magath ein rückständiger, agrarisch geprägter Feudalstaat, erst durch die starke Hand der beiden Anführer stiegen Land bzw. Klub zu Großmächten auf. Der Lange Marsch von Chinas Roter Armee unter Maos Führung ist dabei durchaus vergleichbar mit Magaths rigoroser Trainingsarbeit bei Wolfsburgs Grüner Armee. „Egal wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun“, pflegte Mao zu sagen. Dieses Zitat könnte auch von Magath zu Beginn eines Lauftrainingslagers stammen. Umgekehrt könnte Magaths prägnanter Ausspruch „Ich ändere meine Meinung nicht wegen einer Niederlage“ genauso gut dem starrsinnigen Mao zugeschrieben werden.

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Sicher: Mao Zedong hat Millionen von Menschen auf dem Gewissen, Magath nur Dutzende Fußballerkarrieren. Beide schreckten aber nicht davor zurück, Einzelpersonen bei der Umsetzung ihrer Pläne zu opfern. Man darf gespannt sein, ob Felix Magath auch in China seiner rigorosen Arbeitsweise treu bleibt und es riskiert, sein neues Umfeld vor den Kopf zu stoßen. „Man darf sich nicht angewöhnen, erst dann zu kritisieren, wenn das Unheil passiert ist“, hat Magath einmal gesagt. Oder war das doch Mao?

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