Wechsel zu ManCity : Boateng verlässt den HSV - und Hertha verdient mit

Der Nationalspieler wird Hamburg im Sommer Richtung Manchester verlassen. Das freut auch Hertha BSC, denn 20 Prozent der festgeschriebenen Ablöse von 12,5 Millionen Euro fließen in die Kasse der Berliner.

Frank Heike
Hamburger SV - Jerome Boateng
Weg damit. Jerome Boateng wird das HSV-Trikot in der nächsten Saison nicht mehr tragen. -Foto: dpa

Gelobt hatte ihn der Trainer zuletzt gar nicht mehr, eher auf seine Verletzungsanfälligkeit hingewiesen, und von den glänzenden Aussichten des Jung-Nationalspielers Jerome Boateng hatte Bruno Labbadia auch nicht mehr geschwärmt. Es zeichnete sich längst ab, dass Boatengs Zeit beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV zu Ende geht. Solchen Spielern bringt man beim HSV nur noch das Mindestmaß an Wertschätzung entgegen. Jetzt ist klar, dass die Zukunft des talentierten, jedoch selten fehlerfreien Innenverteidigers in der englischen Premier League liegt: Der 21-jährige Boateng wird im Sommer für die festgeschriebene Ablösesumme von 12,5 Millionen Euro zu Manchester City wechseln.

Erfreulich wird der Transfer des gebürtigen Berliners für Hertha BSC, denn 20 Prozent der festgeschriebenen Ablöse von 12,5 Millionen Euro, also 2,5 Millionen, fließen in die Berliner Kasse. So war es beim Wechsel nach Hamburg 2007 beschlossen worden. Damals hatten die Hamburger nur knapp über eine Million Euro für Boateng an Hertha bezahlt. In Manchester soll Boateng fünf Millionen Euro im Jahr verdienen, mehr als doppelt so viel wie beim HSV.

Fehlende Wertschätzung in Hamburg

Ein weiterer Grund für den Abgang nach nur zwei Jahren sind neben der fehlenden Wertschätzung im Klub die besseren sportlichen Aussichten beim neureichen Klub aus Manchester – als Vierter der Premier League winkt die Qualifikation zur Champions League. In Manchester trifft Boateng die ehemaligen HSV-Profis Nigel de Jong und Vincent Kompany. Boateng sieht sich in Hamburg inzwischen am falschen Platz und traut sich den Schritt zum internationalen Star bei einem größeren Klub zu. Das erschien ihm beim HSV wohl auch deswegen nicht mehr möglich, weil im Sommer auch andere Führungskräfte gehen dürften, nämlich Paolo Guererro, Piotr Trochowski und Zé Roberto. Viel Arbeit also für Trainer Labbadia und den neuen Sportchef Urs Siegenthaler.

Von den verbleibenden zehn Millionen Euro soll ein neuer, am besten deutscher Innenverteidiger als Mann neben Joris Mathijsen geholt werden - vielleicht der Dortmunder Mats Hummels. Der HSV hatte seit Ende März Zeit, sich nach Boatengs Nachfolger umzuschauen, denn Berater Jörg Neubauer hatte mit offenen Karten gespielt und den HSV vom Interesse Manchester Citys berichtet.

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