Wechsel zum FC Arsenal? : Lukas Podolski auf dem Sprung nach England

Kölns Fußballidol Lukas Podolski will es noch einmal im großen Klubfußball versuchen – und wechselt zur kommenden Saison wahrscheinlich zum FC Arsenal in die englische Premier League.

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Sein Hez schlägt für den 1. FC Köln. Das hindert Lukas Podolski aber wohl nicht daran, den Klub im Sommer Richtung England zu verlassen.
Sein Hez schlägt für den 1. FC Köln. Das hindert Lukas Podolski aber wohl nicht daran, den Klub im Sommer Richtung England zu...Foto: dpa

Zuletzt ging es immer wieder um Qualität. Es war eines der Worte, die Lukas Podolski stets anmerkte, wenn es um seinen 1. FC Köln ging. Der Mangel an sportlicher Begabung innerhalb des Kaders der Rheinländer hatte beim 26-Jährigen zunehmend Unverständnis provoziert. Dabei richtete sich sein Ärger allerdings weniger gegen seine Mitspieler, sondern mehr gegen die alte und neue Führungsetage des Klubs, die ihm seit zweieinhalb Jahren, nach seiner Rückkehr aus München, nie die Mitspieler an die Seite stellte, die es dem FC ermöglichte, in oberere Tabellenregionen der Bundesliga zu gelangen. Nun scheint Podolski die Konsequenzen aus seinem seit Wochen schwelenden Unmut gezogen zu haben. Zur neuen Saison dürfte Lukas Podolski das Trikot des FC Arsenal überstreifen.

Damit folgt der Nationalspieler dem Werben des Arsenal-Managers Arséne Wenger, der seit geraumer Zeit versucht hatte, Podolski nach London zu locken. Als variabel spielender Stürmer erfüllt Podolski jedenfalls ein wichtiges Anspruchsprofil von Arsène Wenger: der Elsässer bevorzugt Torjäger, die auch als hängende Spitzen oder auf den Flügeln zum Einsatz kommen können. Podolski wäre eine echte Alternative auf der seit längerer Zeit verwaisten Position hinter den Spitzen und natürlich ebenfalls als Linksaußen, wo der im August verpflichtete Ivorer Gervinho (13 Millionen Euro, Lille OSC) bisher meist dem Ball und den Erwartungen hinterher läuft.

Es soll zwischen Arsenal und Köln nur noch um die Ablösesumme gehen, denn Podolski müsste aus seinem bis Sommer 2013 laufenden Vertrag beim FC herausgekauft werden. Mindestens 18 Millionen Euro müssten die Londoner überweisen. Podolskis Marktwert wird auf rund 20 Millionen Euro geschätzt. Nach einer geglückten Europameisterschaft in Polen und der Ukraine könnte sein Wert aber noch deutlich steigen, was dem FC eine bessere Verhandlungsposition verschaffen würde. Ein Vertragspoker auf Zeit.

Offizielle Stellungnahmen wollten gestern weder der Klub noch der Spieler oder dessen Berater abgeben. Zwar hatte Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann zuletzt damit kokettiert, Lukas Podolski an seiner Kölner Ehre zu packen und wollte ihm ein neues Angebot von etwa fünf Millionen Euro jährlich machen. Doch realistische Chancen dürfte sich der Klub nie ausgerechnet haben. Es war wohl nur eine kleine Demonstration für den guten Willen, das Idol einer ganzen Stadt nicht kampflos ziehen zu lassen.

Für Lukas Podolski wäre ein Wechsel nach London der erneute Versuch, im internationalen Klubfußball Fuß zu fassen. Beim FC Bayern schaffte er in seinen drei Jahren in München nie den Durchbruch. Auch nach seiner Rückkehr nach Köln brauchte Podolski eine ganze Saison, ehe er seine fußballerischen Möglichkeiten ausschöpfen konnte. In der laufenden Spielzeit hat er sich nicht nur wegen seiner bisher 15 Bundesligatreffer zu der Identifikations- und Überfigur in der Kölner Mannschaft entwickelt. Er ist schlichtweg zu gut für den aktuellen FC. Und Arsenal dürfte ihm nicht nur finanziell eine ganz andere, langfristige Perspektive bieten.

Die Fans vom FC Arsenal nahmen die Nachricht mit Vorfreude, aber auch einer Spur Wehmut auf: viele befürchten, dass Podolski den famosen Kapitän Robin van Persie im Sturm ersetzen soll. Der Niederländer ist der überragende Spieler dieser Premier-League-Saison (23 Tore), dem Vernehmen nach jedoch an einer beruflichen Veränderung (nach Spanien oder zu Manchester City) interessiert. Bisher hat sich der 28-Jährige geweigert, seinen 2013 auslaufenden Vertrag zu verlängern. Zyniker vermuteten gar, der Londoner Klub hätte die Meldung über Podolskis sich anbahnenden Wechsel gezielt lanciert, um die nach den Misserfolgen der letzten Jahre desillusionierte Anhängerschar dazu zu bewegen, ihre Jahreskarten zu erneuern.

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