Wechselpoker um Schäfer : "Club" setzt VfB Ultimatum

Eigentlich ist alles klar. Nürnbergs Schlussmann Raphael Schäfer will zum VfB Stuttgart und der "Club" ist bereit ihn ziehen zu lassen. Jetzt setzten die Franken den Schwaben eine Frist bis zum Rückrundenauftakt, dann soll das Thema geklärt sein.

Nürnberg/Stuttgart - Mit einer ultimativen Forderung im Millionen-Poker um Torwart Raphael Schäfer hat der 1. FC Nürnberg das anstehende Duell zum Rückrundenauftakt der Fußball-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart mächtig angeheizt. "Wir wollen das Ding geklärt haben. Alle Argumente sind ausgetauscht", sagte FCN-Sportdirektor Martin Bader. "Unsere Wertschätzung ist aber noch nicht in der Höhe der Ablösesumme ausgedrückt." Bis zum Aufeinandertreffen beider Vereine am Samstag in Nürnberg müssten die Probleme beseitigt sein, verlangte Bader: "Sonst ist das Thema für uns erledigt."

Stuttgarts Teammanager Horst Heldt will sich aber nicht unter Druck setzen lassen. "Wir sind an dem Thema dran, aber wir haben keinen Zeitdruck. Wir werden sehen, ob sich in dieser Woche noch etwas tut", sagte Heldt. Zudem gebe es noch andere Torhüter, die für den VfB interessant seien. "Wir haben mehrere Optionen."

Harmonisch und geräuschlos wie selten schien der geplante Wechsel des "Club"-Kapitäns, dessen Vertrag bei den Franken zum Saisonende nach sechs Jahren ausläuft, zum schwäbischen Bundesligisten in den vergangenen Wochen über die Bühne zu gehen. "Raphael will da gerne hin", räumte auch sein Sportdirektor ein. Doch am Ende geht es einmal mehr ums Geld: Zwar wollte Bader keine Zahlen nennen, doch Stuttgart ist auf Nürnbergs Forderungen von schätzungsweise zwei Millionen Euro Ablöse nicht in voller Höhe eingegangen. "So weit sind wir nicht auseinander", sagt Bader. "Aber da ist eine Hürde, über die sie noch nicht gesprungen sind. Ich will nun ein klares Signal vom VfB."

Meyers Bauchschmerzen

Der Haken am geplanten Schäfer-Wechsel ist die Option der Franken auf eine Verlängerung des Vertrages in Nürnberg um ein Jahr bis 2008. Der Verzicht auf diesen Schritt will sich der "Club" teuer bezahlen lassen - umso mehr, da sich Schäfer in Nürnberg nach anfänglichen Schwierigkeiten längst vom Bankdrücker zum Führungsspieler entwickelt hat. Trainer Hans Meyer sieht den möglichen Weggang seines Kapitäns mit Bauchschmerzen, doch er kennt das Bundesliga-Geschäft allzu gut: "Bei den Summen, die Stuttgart bietet, können wir nicht mithalten."

Der Umworbene gibt sich in dem Transfer-Gerangel gelassen. "Mich lassen die täglichen Wasserstandsmeldungen kalt", sagte der 27-Jährige der "Bild"-Zeitung. "Beide Vereine kennen ja meine Meinung, jetzt müssen sie das unter sich ausmachen." Schäfer will sich vom Ausgang des Wechselpokers nicht beeindrucken lassen und hat vorerst nur seine Rückkehr ins FCN-Gehäuse im Visier. Nach überstandenem Innenbandanriss im linken Knie wird er gegen Stuttgart wieder im Tor stehen - möglicherweise für oder gegen seinen künftigen Verein. (Von Michael Fox und Matthias Jung, dpa)

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