Weg ins Finale : Fast schon ausgeschieden

Der Weg war alles andere als einfach: Wie Bayern und Inter das Finale erreicht haben.

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Zählt doch. Miroslav Klose (links) trifft gegen Florenz aus dem Abseits.
Zählt doch. Miroslav Klose (links) trifft gegen Florenz aus dem Abseits.Foto: dpa

Berlin - Miroslav Klose war der Erste, der Schiedsrichter Övrebö die Hand gab. Gerade eben, eine Minute vor dem Abpfiff, hatte Klose das 2:1 für den FC Bayern im Achtelfinal-Hinspiel gegen den AC Florenz erzielt. Aus einer mehr als deutlichen Abseitsposition, doch Övrebö gab das Tor. „Logisch, dass sich die Spieler von Florenz aufregen“, sagte Klose. Aus der Aufregung wurde nach dem Rückspiel Verbitterung. Florenz führte zweimal mit zwei Toren Vorsprung, am Ende reichte das 3:2 aber nicht. „Diebe!“, riefen die Fans.

Beinahe wären die Münchner gar nicht im Achtelfinale gewesen. Hätte am fünften Spieltag der Gruppenphase Juventus Turin bei Girondins Bordeaux gewonnen, wären die Münchner ausgeschieden und hätten gar nicht die Chance bekommen, im letzten Gruppenspiel entscheidend 4:1 in Turin zu gewinnen, es war so etwas wie die Geburtsstunde der attraktiv spielenden und erfolgreichen Bayern.

Auf Florenz folgte im Viertelfinale das Duell gegen Manchester United. Ivica Olic setzte im Hinspiel auch in der Nachspielzeit noch unermüdlich nach, dank ihm siegte Bayern 2:1. Und wurde im Rückspiel in Manchester zunächst vorgeführt, doch nach dem 0:3 bewiesen die Bayern Moral, Olic und Robben trafen zum 2:3, erneut waren die Münchner dank der Auswärtstore weiter. Und dank des Schiedsrichters, wie Manchesters Trainer Alex Ferguson befand. Typisch deutsch hätten die Münchner die Hinausstellung seines Verteidigers Rafael provoziert. Im Halbfinale gegen Olympique Lyon zeigten die Münchner eine überragende Leistung, so wie Inter Mailand gegen den großen Favoriten FC Barcelona.

Inter siegte im Hinspiel 3:1, im Rückspiel ermauerten sich zehn Mailänder ein 0:1. Im Viertelfinale hatte Inter wenig Probleme mit ZSKA Moskau gehabt, das zweimal mit 1:0 beherrscht wurde. Schon im Achtelfinale hatte Inter gegen den FC Chelsea seine Effizienz gezeigt und siegte nach dem 2:1 im Hinspiel in London mit 1:0. Der Weg dorthin war schwer: Nach drei Unentschieden in den ersten Gruppenspielen lag Inter 0:1 bei Rubin Kasan zurück, ehe Wesley Sneijder und Diego Milito in den letzten vier Minuten die Wende gelang. Inter war wieder im Geschäft und blieb es bis heute.

Beide Teams spielen heute (20.45 Uhr, live in Sat 1 und Sky) auch um den vierten Startplatz für ihr Land in der Champions League 2011/12. Den Bayern genügt für diese Wertung ein Unentschieden nach 120 Minuten, ein mögliches Elfmeterschießen würde nicht gewertet.

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