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Wegen Manipulationen : Schalkes Gegner Charkow aus Europacup ausgeschlossen

Die Uefa hat Metalist Charkow aus dem Europapokal ausgeschlossen. Der ukrainische Vizemeister, der in der Champions-League-Qualifikation dem FC Schalke zugelost worden war, soll an Manipulationen beteiligt gewesen sein. Charkow kündigte Einspruch an. Wie es für Schalke weiter geht, ist unklar.

Foto: dpa

Beim FC Schalke 04 hat vor den Play-offs um den Einzug in die Champions-League-Hauptrunde das große Rätselraten eingesetzt. Zur Überraschung des Revierclubs schloss der Dachverband Uefa am Mittwoch den zugelosten Gegner Metalist Charkow für die Europapokal-Wettbewerbe in dieser Saison aus - nur eine Woche vor dem geplanten ersten Duell mit dem ukrainischen Vizemeister. Die Reaktion von Schalke-Sprecher Thomas Spiegel fiel dementsprechend zurückhaltend aus: „Wir werden uns erst zu diesem Thema äußern, wenn feststeht, welche Konsequenzen diese Entscheidung für den laufenden Wettbewerb hat.“ Hintergrund der Uefa-Strafe ist die Verwicklung des Metalist-Sportdirektors Jewgeni Krasnikow in einen Manipulationsskandal im Jahr 2008.

Offen ist, ob Schalke nun ein Freilos für die Königsklasse erhält oder stattdessen gegen PAOK Saloniki spielen muss. Saloniki war in der dritten Qualifikationsrunde gegen Charkow nach einer 0:2-Niederlage im Hinspiel und einem 1:1 im Rückspiel gescheitert. Ein Kräftemessen mit den Griechen, die von dem auf Schalke zum Jahrhundert-Trainer gewählten Coach Huub Stevens gecoacht werden, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Der Dringlichkeitsausschuss der Uefa wollte noch am Mittwoch über das weitere Verfahren entscheiden.

Charkow will die Entscheidung allerdings nicht akzeptieren und zieht vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Die Beschwerde sollte noch am Mittwoch eingereicht werden. „Wir hatten sie schon für alle Fälle vorbereitet, weil wir mit allen Varianten rechnen mussten. Außerdem bleibt uns nur noch wenig Zeit“, sagte der Vizepräsident des Vereins, Konstantin Piwowarow, der Agentur Interfax. „Ich möchte all unseren Anhängern versichern, dass wir für die Rechte des Clubs kämpfen werden und diese in Übereinstimmung mit allen juristischen Regeln schützen werden.“

Große Erfolgsaussichten werden den Ukrainern dabei jedoch nicht eingeräumt. Schließlich hatte der CAS schon den Einspruch Krasnikows gegen seine persönliche Sperre von fünf Jahren abgewiesen. Der ukrainische Verband hatte die Strafe vor drei Jahren wegen einer illegalen Spielabsprache bei der Partie am 19. April 2008 (4:0) gegen Karpaty Lwiw unter anderem verhängt. „Ich möchte daran erinnern, dass das abgesprochene Spiel, das leider stattgefunden hat, im lang vergangenen Jahr 2008 war, unter der alten Clubführung“, gab Club-Vize Piwowarow zu bedenken.

Die Entscheidung der Uefa trifft die Schalker unerwartet. Sportvorstand Horst Heldt hatte die Wahrscheinlichkeit eines Ausschlusses von Charkow nach der Auslosung der Play-offs in der vergangenen Woche noch als „gleich Null“ bezeichnet. Doch ein Aus für die Ukrainer käme dem Bundesliga-Vierten nicht ungelegen. „Ich glaube, dass ist der stärkste Gegner, den man hätte ziehen können“, hatte Heldt über Lospech geklagt. Die Partie bei den Schalkern war für den 21. August angesetzt, am 27. August sollte das Rückspiel in Charkow steigen.

Für die Uefa wird die Lage unterdessen immer prekärer. Neben der Causa Charkow muss vor den Playoffs auch noch der Rechtsstreit mit dem türkischen Spitzenclub Fenerbahçe Istanbul geklärt werden. Der Vizemeister war wegen der Verwicklung in den türkischen Manipulationsskandal von der Uefa mit einer zweijährigen Sperre belegt worden, hatte dagegen aber zunächst erfolgreich Einspruch eingelegt. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) will in diesem Fall zeitnah eine Entscheidung treffen. Play-off-Gegner von Fenerbahçe ist der englische Erstligist FC Arsenal. (dpa)

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