Sport : Weibliche Wiederbelebung

Petra Philippsen

Turnierdirektor Ralf Weber hat Großes vor beim Tennisturnier in Halle, Westfalen. Im nächsten Jahr soll zum 20. Jubiläum alles noch besser, noch spektakulärerer werden. Und dazu gehört auch ein Einladungsturnier mit den vier deutschen Fed-Cup-Spielerinnen. Damentennis, das zieht wieder – und das vor allem hierzulande. Den Erfolgen von Andrea Petkovic und Julia Görges sei Dank, haben die deutschen Spielerinnen ihr Schattendasein aufgegeben und bieten wieder Gesprächsthemen für die Öffentlichkeit. Petkovic ist auf dem Sprung in die Top Ten, Görges lauert nicht weit dahinter. Auch der Boulevard liebt sie, und plötzlich ist es wieder en vogue, Tennis zu schauen.

Eigentlich hatte man diesen Wiederbelebungsversuch den deutschen Herren zugedacht, die seit Jahren mit durchschnittlich zehn Spielern in den Top 100 vertreten sind. Dass sie die Masse und die Frauen die Klasse haben, ist der neue Running-Gag unter ihnen, aber es steckt auch ein ernstes Thema dahinter. Der weibliche Aufwind setzt die Herren nun massiv unter Druck. Das Finale in Halle zwischen Philipp Kohlschreiber und Philipp Petzschner ist nur ein Anfang, die Deutschen tun sich dort auf Rasen immer leichter als anderswo. Und Florian Mayer steht zwar in der Weltrangliste auf Platz 18, doch fehlt ihm ein Titel. Die Klasse haben sich die Damen hart erarbeitet und ihr Umfeld professionalisiert. Sie ordnen ihren Zielen alles unter, kämpfen bedingungslos dafür. Davon sind manche Herren noch entfernt. Und so lange liegt der Ball noch in ihrer Spielhälfte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben