Sport : Weit ist nicht weit genug

Wie ein 16-jähriger Skispringer Sven Hannawald überraschte

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Liberec (dpa). Der 16jährige Österreicher Thomas Morgenstern hat Sven Hannawald beim Weltcup-Springen in Liberec die Show gestohlen. Zwar blieb der Schwarzwälder als Fünfter bei der ersten Tournee-Revanche vor dem Finnen Janne Ahonen, doch für einen Platz auf dem Siegerpodest reichten 128,5 und 129 Meter am Samstag nicht. Morgenstern feierte mit Weiten von 131 und 129 Metern seinen ersten Weltcup-Sieg und verwies seinen Landsmann Andreas Widhölzl und den überraschend starken Tschechen Jakub Janda auf die Plätze.

Hannawald hatte bei schwierigen Windbedingungen einen nahezu idealen ersten Sprung erwischt. Zwar fehlte im letzten Flugdrittel der begünstigende Aufwind, doch der Hinterzartener brachte es dennoch auf 128,5 Meter und Platz drei. „Für die Verhältnisse war es eine Bombe. Ich bin sehr zufrieden. Und wenn es im zweiten Durchgang noch etwas besser mit dem Wind aussieht, wird es eine Granate“, sagte der Zweite der Vierschanzentournee, der sich durchaus noch Hoffnungen auf den Sieg im Gesamtweltcup machen kann.

Doch es kam anders. In dem Moment, in dem die Ampel auf Grün schaltete, drehte der Wind. Zwar landete Hannawald bei 129 Metern, doch das reichte nicht zur Führung, zumal Thomas Morgenstern bereits einen Punktvorsprung aus dem ersten Durchgang mitbrachte. Auch der Punktabzug wegen einer nicht sauberen Landung führte für Sven Hannawald zum Verlust des Podestplatzes. Dennoch war der Skiflug-Weltmeister keineswegs unglücklich. „Bei diesem ausgeglichenen Feld muss in dieser Saison von A bis Z alles passen. Ich bin froh, wenn ich stabil unter die ersten sechs komme, dann reicht es auch irgendwann mal wieder zum Sieg“, sagte der 28-Jährige.

Wegen der schwachen Landung, die in Garmisch-Partenkirchen schon zu einem Sturz geführt hatte, machte sich Hannawald keine Sorgen: „Mir ist es lieber, ich springe ein paar Meter weiter, als einen sauberen Telemark zu setzen.“ Die anderen Deutschen konnten in Abwesenheit des zu Hause trainierenden Martin Schmitt in Liberec wenig ausrichten. Vor allem Michael Uhrmann und Georg Späth enttäuschten mit schwachen Sprüngen. Sie verpassten das Finale.

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