Sport : Weit statt hoch

Stabhochspringerin Annika Becker wechselt

Jörg Wenig

Berlin - Zum ersten Mal seit Sommer 2003 startet Annika Becker wieder bei einer Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft. Zuvor war sie entweder verletzt oder aus anderen Gründen verhindert. Doch wenn am Sonnabend und Sonntag die deutschen Hallen-Titelkämpfe in Sindelfingen stattfinden, wird die 23-Jährige nicht wie bisher im Stabhochsprung antreten. Stattdessen geht Annika Becker im Weitsprung an den Start. Vor eineinhalb Jahren hatte sie mit dem Gewinn der Silbermedaille im Stabhochsprung für den deutschen Lichtblick bei der WM in Paris gesorgt. Ob sie manchmal Angst habe vor den Sprüngen, wurde Annika Becker damals gefragt. „Ich habe Respekt, aber keine Angst“, antwortete sie. „Nur auf Leitern steige ich nicht so gerne.“

Im darauf folgenden Winter schien sie die Karriereleiter weiter hoch zu steigen. Mit 4,68 Meter stellte Annika Becker am 4. Februar 2004 einen deutschen Hallenrekord auf. Doch wenige Tage später gab es einen fatalen Bruch. Bei einem Trainingssprung brach der Stab. Mit einem Sehnenanriss im Halswirbelbereich kam die Athletin vom Team Erfurt glimpflich davon. Nach ein paar Tagen im Krankenhaus und einer Pause von knapp drei Wochen begann Annika Becker wieder mit dem Training. Mit 4,04 Metern startete sie im Juni in die olympische Saison, die jedoch nach zwei weiteren Meetings und einer Verbesserung auf 4,20 Meter ein Ende fand. „Eigentlich war ich fit, doch der Trainingsrückstand war im Technikbereich einfach zu groß. Daher habe ich auf die Saison verzichtet.“

Seit Juni 2004 ist die Pädagogik-Studentin mit dem Stab nicht mehr gesprungen. Was ihr zurzeit fehlt, ist die richtige Einstellung zum Stabhochsprung. „Das Kribbeln ist noch nicht wieder da. Jetzt mache ich erst einmal Weitsprung.“ Sie ist schon 6,45 Meter gesprungen, nur zehn Zentimeter fehlen noch zur Norm für die Hallen-EM in Madrid..

Wie schnell sie im Stabhochsprung wieder an ihre besten Leistungen anknüpfen könnte, weiß sie nicht. Mit 4,77 Metern ist sie aber immer noch fünftbeste Springerin aller Zeiten. Zu Überschriften wie ,Annika Becker: Nie mehr Stabhochsprung?’ sagt sie: „Das habe ich nicht gesagt.“ Und wann wird sie wieder mit Stab springen? „Ich sage Bescheid, wenn es so weit ist.“ So, wie sie es sagt, dauert es nicht mehr so lange.

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