Update

Weiter an der Bande : Uwe Krupp bleibt Eishockey-Bundestrainer

Uwe Krupp macht als Trainer des deutschen Eishockey-Nationalmannschaft weiter. Der ehemalige NHL-Profi und der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) einigten sich auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zunächst für ein weiteres Jahr.

Erfolgstrainer Uwe Krupp macht weiter.
Erfolgstrainer Uwe Krupp macht weiter.Foto: dpa

Uwe Krupp tut es doch. Bis zuletzt musste der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) um die Dienste des Erfolgstrainers zittern. Der 45-Jährige hatte in den vergangenen Wochen in Nordamerika mit NHL-Klubs verhandelt. Außerdem ist Krupps Frau schwer erkrankt. Doch der gebürtige Kölner bleibt Nationaltrainer - zunächst für ein weiteres Jahr. „Das ist eine gute Nachricht für das deutsche Eishockey“, stellte DEB-Sportdirektor Franz Reindl fest. Der bisher erfolgreichste deutsche Eishockey-Spieler und ehemalige NHL-Profi einigte sich mit dem DEB. Krupp arbeitet zudem weiter als Assistenztrainer der U-20- Nationalmannschaft.

Dem DEB-Präsidium wurde die Vertragsverlängerung am Freitagabend bei einer Sitzung in München bestätigt. Krupp ist seit 2005 Bundestrainer - mit dem vierten Platz bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land als bisherigem Höhepunkt. So gut hatten die Deutschen seit 57 Jahren nicht abgeschnitten. Die Bilanz Krupps kann sich sehen lassen. In 103 Länderspielen gab es 48 Siege, drei Unentschieden sowie 52 Niederlagen. Kein Bundestrainer war erfolgreicher.

Krupps Verpflichtung fällt in eine für ihn selbst und auch fürs deutsche Eishockey schwierige Zeit. Die Ehefrau des 45-Jährigen ist an Krebs erkrankt. „Uwes Wunsch, sich zunächst nur auf ein Jahr festzulegen, sind wir gerne entgegengekommen“, sagte Reindl - eine längere Bindung lasse die Erkrankung von Krupps Ehefrau derzeit nicht zu. Valerie Krupp hatte in mehreren Zeitungsinterviews gesagt, sie werde einer weiteren Amtszeit ihres Mannes nicht im Wege stehen.

Beruflich erwarte der neue, alte Trainer „zu Recht, dass die begeisternde Heim-WM bei allen maßgeblichen Kräften im deutschen Eishockey die Bereitschaft für längst fällige und schnelle Veränderungen“ geweckt habe, so Reindl weiter. Ende der kommenden Saison wollten Krupp und der DEB „den dann bestehenden Sachstand gemeinsam bewerten.“ Zuvor hoffe er, Krupp werde sein Wissen in „zukunftsweisende Konzepte“ fürs deutsche Eishockey umsetzen.

Nach dem WM-Ende vor sechs Wochen hatte Krupp noch offen gelassen, ob er das neue Angebot des Verbands annimmt. Der langjährige NHL- Profi (1986-2003) hatte immer wieder Probleme in der Zusammenarbeit mit den deutschen Clubs beklagt. Die Deutsche Eishockeyliga (DEL) hatte zuletzt Entgegenkommen signalisiert - so könnte zugunsten von Testpartien des Nationalteams auf einige Spieltage zur Wochenmitte verzichtet werden.

Die DEL-Vereine sind freilich auch nicht sorgenfrei: Am Freitag wurde den insolventen Kassel Huskies und Frankfurt Lions die Lizenz entzogen. Bei der am 3. September beginnenden Saison werden nur 14 Vereine an den Start gehen. Ob die von Krupp oft angemahnte Nachwuchsarbeit im deutschen Eishockey so in Fahrt kommt, bleibt abzuwarten. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben