Sport : Weiter Unruhe beim SC Magdeburg

Erik Eggers

Berlin - Sie haben spürbar an seinen Nerven gezehrt, die ersten Monate als Manager des SC Magdeburg. „Es wird Zeit, dass die Saison endlich losgeht und wieder über Handball geredet wird“, stöhnt Holger Kaiser. Während die anderen Klubs sich in Ruhe auf die in drei Wochen beginnende Bundesliga-Saison vorbereiten, setzten sich Turbulenzen beim Champions-League-Sieger von 2002 auch im Sommer fort. Eine willkommene Abwechslung ist deshalb das Spiel heute beim Aufsteiger Füchse Berlin, um in der Max-Schmeling-Halle (20 Uhr) offiziell die Saison zu eröffnen.

Als Kaiser im März seine Arbeit aufnahm, hatte sich in Magdeburg ein Machtvakuum aufgetan: Bernd-Uwe Hildebrandt, der 18 Jahre lang wie ein Feldherr den Klub dirigierte, war zurückgetreten nach einem langen Machtkampf mit dem Präsidenten des Gesamtvereins, Rolf Oesterhoff. Hintergrund waren Ermittlungen der Magdeburger Staatsanwaltschaft, die immer noch laufen; angeblich sollen schwarze Kassen geführt worden sein, unter anderem zwecks Finanzierung von Spitzenspielern.

Gerüchteweise stand der SCM immer wieder kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Und Hildebrandt stünde vor einem Wiedereinstieg als Manager, hieß es. „Das ist alles Tendenzmacherei“, wütet Kaiser. Anders als viele Gerüchte besagten, sei nur ein Sponsor ausgestiegen: „Alle anderen machen weiter, der große Teil hat sogar das Engagement erhöht.“

Dass die Mannschaft indes nicht zu den Topfavoriten auf den Titel zählt, ist Kaiser klar. „Das Ziel ist ein Platz unter den ersten Fünf“, sagt der Manager, und das wäre schon ein Erfolg. Es schmerzt nicht nur der Abgang Stefan Kretzschmars, der nun als Sportdirektor fungiert. Die große Erfahrung des französischen Nationalspielers Joel Abati (zurück nach Frankreich) wird auf der Linkshänderposition im Rückraum fehlen. Und auch der russische Aufbauspieler Oleg Kuleschow (nach Gummersbach) hat Magdeburg verlassen. Erik Eggers

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