Sport : Weiter Weg zurück

Alba Berlin verliert drittes Halbfinalspiel gegen die Skyliners und kann damit am Dienstag ausscheiden

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Nur noch wenige Sekunden waren in der ersten Halbzeit des Halbfinals um die deutsche Meisterschaft zwischen Alba Berlin und den Opel Skyliners Frankfurt zu spielen. Alex King und sein Trainer Murat Didin standen vor der Frankfurter Auswechselbank und unterhielten sich, während Albas Jovo Stanojevic auf der anderen Saite des Spielfeldes der Max-Schmeling-Halle gerade einen Freiwurf ausführte. Der Ball fiel in den Korb. Frankfurts Pascal Roller hob ihn sofort auf und passte ihn im hohen Bogen über die Köpfe aller Spieler hinweg zu Alex King, der plötzlich nicht mehr mit seinem Trainer plauderte, sondern den Ball fing und in Albas Korb stopfte. Kein Alba-Spieler hatte auf ihn geachtet – ein Täuschungsmanöver.

Wären die Berliner in der Szene vor der Halbzeit etwas aufmerksamer gewesen, dann hätten sie das Spiel womöglich gewonnen. Am Ende fehlten Alba nämlich genau zwei Punkte zum Sieg. Zwar hatten die Berliner in dem am Schluss noch spannenden Spiel Sekunden vor dem Ende noch mehrere Wurfchancen – doch der Ball fiel nicht durch die Reuse. 76:77 (32:41) verlor Alba vor 8094 Zuschauern das dritte Spiel in der Serie „Best of five“. Frankfurt führt mit 2:1-Siegen und kann bereits am Dienstag mit einem Sieg in der Frankfurter Ballsporthalle das Finale erreichen.

„Wir haben die ersten zehn Minuten sehr schwach gespielt. Danach war es ein weiter Weg zurück“, sagte Albas Trainer Henrik Rödl. Bis 48 Sekunden vor Schluss schaffte es seine Mannschaft kein einziges Mal in Führung zu gehen. Das lag daran, dass sie äußerst schwach in die Begegnung startete. Center Szymon Szewczyk hatte wohl den größten Anteil am frühen und hohen Rückstand seiner Mannschaft. Der Pole verwarf einen Dreipunktewurf, leistete sich einen Ballverlust, versuchte sich unter dem Korb vergeblich gegen drei Frankfurter durchzusetzen und tippte schließlich den Ball auch noch versehentlich in den eigenen Korb. Und das alles, bevor Alba einen einzigen Punkt erzielt hatte. Nach drei Minuten war es dann der stärkste Berliner Gerald Brown (mit 18 Punkten neben Albas Stefano Garris erfolgreichster Werfer des Spiels), der den ersten Korb zum 2:9 erzielte. Viel besser wurde Alba aber auch danach nicht. Am Ende des Viertels führte Frankfurt 24:14.

Erst Mitte des zweiten Abschnitts konnte Alba den Rückstand verringern. Stanojevic setzte sich allein gegen drei Gegenspieler durch, wurde dabei gefoult und traf anschließend noch seinen Bonusfreiwurf: 23:28. Auch das Publikum war plötzlich da, feuerte seine Mannschaft lautstark an. Sekunden später wurde die Euphorie der Zuschauer jedoch schon wieder gebremst – der bewegliche Frankfurter Power Forward Chris Williams punktete im Gegenzug. Ähnliche Szenen spielten sich bis kurz vor dem Ende immer wieder ab. Die Berliner verkürzten den Rückstand mehrmals auf fünf oder sechs Punkte und Frankfurt zog wieder davon. Bis 48 Sekunden vor Schluss, als Gerald Brown seine Mannschaft 74:73 in Führung brachte. Niemand in der Max-Schmeling-Halle blieb da noch auf seinem Platz sitzen. Doch auch all der Lärm, den die Fans nun machten, konnte den in der Schlussphase überragenden Chris Williams nicht aus der Ruhe bringen. Der US-Amerikaner traf seine beiden Freiwürfe: 76:75 für Frankfurt. Stanojevic brachte Alba 26,1 Sekunden vor dem Ende wieder in Führung. Doch der Gegenangriff lief wieder über Williams, der den Ball trotz harter Gegenwehr in den Korb bugsierte: 76:77.

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