Sport : Weitspringer unter dem Korb Albas Demond Greene kam spät zum Basketball

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Als Demond Greene 18 Jahre alt war, stellte ihm ein Mann namens Holger Geschwindner folgende Frage: „Wo möchtest du in der nächsten Saison herumspringen?“ Greene war Geschwindner kurz zuvor bei einem Probetraining aufgefallen. Greene, der damals erst seit zwei Jahren Basketball spielte, entschied sich dafür, von einem Klub in seinem Wohnort Aschaffenburg zum Zweitligisten DJK Würzburg zu wechseln und sich von Geschwindner trainieren zu lassen. Es war eine gute Entscheidung. „Holger Geschwindner hat mir viel beigebracht“, sagt Greene über den Entdecker und Mentor des NBA-Stars Dirk Nowitzki. An dessen Seite spielte Greene in Würzburg, bis Nowitzki zu den Dallas Mavericks wechselte. Seit dieser Saison spielt der 26-jährige Greene bei Alba Berlin, zuvor war er drei Jahre bei Bayer Leverkusen. Heute tritt er erstmals in einem Pflichtspiel mit seinem neuen Verein gegen seinen alten Klub Leverkusen an (15 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Beim Tabellenführer Alba ist der 1,85 Meter große Flügelspieler nach drei Spieltagen bereits eine feste Größe, in die Startaufstellung hat er es jedoch noch nicht geschafft. Das hatte Greene auch nicht erwartet. „Meine Rolle wird sein, 20 bis 25 Minuten zu spielen, vor allem in der Defensive alles zu geben, Energie zu bringen und in der Offensive Punkte beizusteuern“, hatte er vor seinem Antritt bei Alba gesagt. Und genau das hat Greene bisher getan. Für Berlins Trainer Henrik Rödl spielt Greene „eine sehr, sehr große Rolle im Team. Er ist mit seiner professionellen Einstellung ein absolutes Vorbild.“ Von der Athletik sei Greene der beste Spieler, der je das Alba-Trikot getragen habe.

In Leverkusen war Greene, der mit der deutschen Nationalmannschaft im September in Serbien und Montenegro EM-Zweiter wurde, Führungsspieler. „Er hat den anderen Spielern nicht gesagt, was sie tun sollen, sondern er hat es ihnen vorgelebt“, sagt Heimo Förster, der Greene drei Jahre in Leverkusen trainiert hatte. „Am verrücktesten war, wenn ich den Spielern zwei Tage freigegeben habe und Demond am nächsten Morgen plötzlich wieder in der Halle stand.“

Basketballprofi zu werden, das war für Demond Greene lange kein Thema. „Mit 16 wollte ich DJ werden“, sagt er. Dann hörte Greene mit der Leichtathletik auf, weil sein Trainer ihn zum Zehnkämpfer machen, Greene aber nur sprinten und weitspringen wollte. Durch seinen Trainingseifer ist dem Sohn eines Amerikaners und einer Deutschen der späte Einstieg heute kaum noch anzumerken. Dass er seit seinem sechsten Lebensjahr Weitsprung gemacht hatte, kommt Greene sogar zugute. „Die Sprungkraft ist auf jeden Fall eine meiner Stärken.“ Den Ball per Dunking durch den 3,05 Meter hohen Ring zu stopfen, ist für ihn kein Problem.

Nur in einem Bereich ist Demond Greenes später Start noch zu erkennen: „Das Ballhandling ist seine Schwäche“, sagt Heimo Förster und meint damit das Dribbeln, Passen und Fangen. Heimo Förster ist sich jedoch ganz sicher, „dass Demond sehr hart daran arbeiten wird“.

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