Sport : Welche Krise? Völlers Krise!

Sven Goldmann

teilt den Schmerz mit Bayer Leverkusens Interimstrainer Es sind Dortmunder Verhältnisse, die in diesen Tagen bei Bayer Leverkusen herrschen. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, riefen die sonst so zurückhaltenden Fans am Samstag. „Wir haben die Schnauze voll“ und „Scheiß-Millionäre!“ Das schmerzt einen Mann wie Rudi Völler. Der Leverkusener Interimstrainer verdankt seine in Deutschland einmalige Beliebtheit vor allem seinem authentischen Arbeitseifer. Kein Wunder, dass Völler diesen Job so schnell wie möglich loswerden will. Er hatte ihn nach der Entlassung von Klaus Augenthaler gar nicht erst antreten wollen, aber die Loyalität zu Bayer, sie wog wohl stärker als die Einsicht in die eigenen Fähigkeiten.

Abseits des Rasens ist Rudi Völler nun mal kein großer Stratege, und er war auch nie einer. Sein Erfolg mit der Nationalmannschaft reduziert sich auf eine Aneinanderreihung ebenso unansehnlicher wie glücklicher 1:0-Siege, die im Erreichen des WM-Finales gipfelten. Es folgten das Desaster bei der Europameisterschaft in Portugal, das erfolglose Intermezzo in Rom, und auch als Sportdirektor in Leverkusen hat er nicht gerade großartige Arbeit geleistet. Es ist nur folgerichtig, dass Völler sich mit dem Gewicht seiner Popularität vor den öffentlich angefeindeten Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser stellt. Die Zusammenstellung der Mannschaft hat keineswegs Holzhäuser zu verantworten, der setzt mit seinem Sparkurs nur die Direktiven des Bayer-Konzerns um. Für die inhaltliche Ausgestaltung des finanziell Möglichen ist der Sportdirektor zuständig. In der Leverkusener Krise steckt mehr Rudi Völler, als viele wahrhaben wollen.

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