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Weltcup im Eisschnelllaufen : Claudia Pechstein siegt über 5000 Meter

Mit Claudia Pechstein ist immer zu rechnen: In Seoul demonstrierte die Berlinerin beim Weltcup eindrucksvoll, dass sie immer noch zur absoluten Weltspitze gehört und siegte zum Auftakt des Weltcups in Südkorea über 5000 Meter.

Mit der Schnelligkeit der Erfahrung. Claudia Pechstein in Seoul.
Mit der Schnelligkeit der Erfahrung. Claudia Pechstein in Seoul.Foto: dpa

Sogar Martina Sabilkova lief hinterher, die gute Freundin von Claudia Pechstein. Die Berlinerin hat am Freitag ihren 32. Sieg im Eisschnelllauf-Weltcup gefeiert. Zum Auftakt der Rennen in Seoul kam die 42 Jahre alte Pechstein auf ihrer Spezialstrecke über 5000 Meter in Bahnrekordzeit von 7:07,77 Minuten zu einem souveränen Erfolg vor Olympiasiegerin Sablikova aus Tschechien (7:13,08) und der Kanadierin Ivanie Blondin (7:14,53). Bente Kraus aus Berlin wurde Achte.

„Es ist einfach ein tolles Gefühl, auf meiner Spezialstrecke wieder einmal ganz oben zu stehen“, sagte die Berlinerin nach ihrem Glanzrennen, in dem sie die Konkurrenz beeindruckte. Zuletzt hatte sie vor sechs Jahren ein Weltcuprennen auf der 5000-Meter-Strecke gewonnen. „Es ist einfach der Wahnsinn, was wir heute erlebt haben“, war Teamchef Helge Jasch nach Pechsteins Leistung völlig euphorisch.

Zuletzt hatte Pechstein mehr durch ihren Prozess vor dem Oberlandesgericht Aufmerksamkeit bekommen als durch ihre Leistungen. Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin hatte sie - auch aufgrund der schwachen Konkurrenz - gleich drei Titel gewonnen. International schien sie allerdings aufgrund ihrer Zeiten den Anschluss an die absolute Weltspitze verloren zu haben - in Seoul bewies die Berlinerin nun das Gegenteil.

„Nach dieser Schnapszahl-Zeit werden wir aber auch anstoßen“, meinte Pechstein jubelnd. Nach ihrem Glanzrennen hatte sie demonstrativ den Daumen in die Luft gereckt, obwohl Olympiasiegerin Martina Sablikova noch am Ablauf stand. Die Tschechin mühte sich redlich, verfehlte aber Pechsteins Topzeit gleich um 5,31 Sekunden und wurde Zweite. „Es ist einfach ein tolles Gefühl, auf meiner Spezialstrecke wieder einmal ganz oben zu stehen“, sagte die Hauptstädterin fröhlich nach ihrem ersten
5000-Meter-Erfolg seit sechs Jahren. „Ich kann mich gar nicht erinnern, wann es das letzte Mal war.“ Im November 2008 - also noch vor ihrer Sperre aufgrund erhöhter Blutwerte - hatte sie in Moskau gewonnen.

Auch Judith Hesse überzeugt und wird Dritte

Auch Judith Hesse hat beim Eisschnelllauf-Weltcup mit Platz drei über 500 Meter überzeugt. Nur wenige Minuten nach dem Sieg von Claudia Pechstein über 5000 Meter gelang der 32 Jahre alten Erfurterin am Freitag in 38,95 Sekunden ihre zweite Podestplatzierung auf der olympischen Sprint-Distanz. Im Duell um den Sieg verwies die Japanerin Nao Kodaira in 38,05 Sekunden Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa aus Südkorea (38,18) erstmals in dieser Saison auf Platz zwei.

„Die ersten beiden waren weit weg, dahinter war es brutal eng. Ich hatte heute mit der Innenbahn zum Schluss ein bisschen das Glück auf meiner Seite“, meinte Judith Hesse. „Mein Plan ist aufgegangen, möglichst so in die Saison zu starten, wie ich die zurückliegende beendet hatte“, fügte sie hinzu. Im Vorjahr hatte sie als Zweite über 500 Meter in Inzell ihre beste Weltcup-Platzierung auf einer olympischen Strecke verbucht. Nur haarscharf verpasste Nico Ihle im Herren-Sprint über 500 Meter das Podest. Der Chemnitzer wurde in 35,42 Sekunden Vierter. Erneut nicht zu bezwingen war der Russe Pawel Kulischnikow, der die Konkurrenz in 34,94 Sekunden klar in die Schranken wies. (Tsp/dpa)

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