Weltfußballerin des Jahres : Marta - wer sonst?

Zum fünften Mal hintereinander ist die Brasilianerin Marta zur Weltfußballerin des Jahres gewählt worden. Birgit Prinz kritisierte vor der diesjährigen Wahl das Prozedere der Ehrung.

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Die brasilianische Nationalspielerin Marta.
Die brasilianische Nationalspielerin Marta.Foto: dpa

„Ich wünsche mir mehr Infos von der Fifa. Was hat die eine oder andere Spielerin erreicht?“, sagte Birgit Prinz. Als Spielführerin der deutschen Nationalmannschaft war sie ebenso stimmberechtigt wie die Nationaltrainer und ausgewählte Medienvertreter. „Wie soll ich eine südkoreanische oder nordkoreanische Spielerin beurteilen, die ich das ganze Jahr über nicht gesehen habe und über die ich nichts weiß?“, fragte Prinz. Falls dort eine Frau besser Fußball spielen kann als die Brasilianerin Marta, hätte aber wahrscheinlich auch Prinz davon gehört.

Marta wurde zum fünften Mal hintereinander zur Weltfußballerin gewählt, auf dem Podium flossen ihr die Tränen. „Wer da nicht weint – ich weiß nicht, wann man sonst weinen soll“, schluchzte sie ins Mikrofon. Neben Marta (38,20 Prozent der Stimmen) waren auch die Deutschen Fatmire Bajramaj (9,96) und Prinz (15,18) in der Endausscheidung. Es habe im vorigen Jahr sicher Spielerinnen gegeben, die die Auszeichnung noch mehr verdient hätten, sagte Prinz, die den Titel in den Jahren 2003 bis 2005 gewonnen hat.

Vielleicht meinte die 33-Jährige damit ihre eigene Nominierung, denn an der erneuten Wahl Martas gibt es keine Zweifel. Niemand sonst ist so schnell unterwegs, hat den Ball so gut unter Kontrolle und verfügt über so viele Varianten im Abschluss. Marta ist Stürmerin und Spielmacherin zugleich, es gibt immer etwas Spektakuläres zu sehen, wenn sie am Ball ist. Nach einigen erfolgreichen Jahren in Schweden wechselte sie in die USA, wo sie zweimal Torschützenkönigin wurde und einmal die Meisterschaft gewann. Dennoch ist ihr Verein jetzt pleite, derzeit ist Marta ohne Vertrag. Und erst 24 Jahre alt, da kann sie noch oft Weltfußballerin werden. Oder Weltmeisterin, denn 2007 verschoss sie im Finale einen Elfmeter und scheiterte an Deutschland mit der Trainerin Silvia Neid. Die ist gestern zur Trainerin des Jahres gewählt worden.

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