Sport : Weltrekord aus heiterem Himmel Jamaikaner Usain Bolt läuft

100 Meter in 9,72 Sekunden

New York - Usain Bolt hat beim Leichtathletik-Meeting in New York einen neuen Weltrekord über die 100-Meter-Distanz aufgestellt. Der Jamaikaner sprintete am Samstagabend im Icahn-Stadion von Randalls Island bei einem regulären Rückenwind von 1,7 Metern pro Sekunde in 9,72 Sekunden ins Ziel und verbesserte somit die bisherige Bestmarke seines Landsmannes Asafa Powell vom 9. September 2007 um zwei Hundertstel. „Dieser Rekord bedeutet mir nichts, wenn ich nicht auch Olympia-Gold gewinne“, sagte er.

„Ich wollte gar nicht Weltrekord laufen. Aber jetzt habe ich ihn und gut“, sagte Bolt nach seinem Super-Sprint unbeeindruckt. Der 21-Jährige hatte auf Weltmeister Tyson Gay bis zur 50 Meter-Marke einen klaren Vorsprung herausgelaufen und hielt diesen bis ins Ziel. Gay wurde mit 9,85 Sekunden Zweiter. Im Vorjahr hatte der Amerikaner an gleicher Stelle noch 9,76 Sekunden gebraucht, was damals Weltrekord gewesen wäre. Ein zu starker Rückenwind verhinderte jedoch die Bestmarke.

„Er ist ein perfektes Rennen gelaufen, Hut ab“, lobte der Weltmeister den neuen Weltrekordhalter. Der ließ sich mit einer jamaikanischen Flagge um die Schultern von seinen zahlreichen Landsleuten unter den rund 8000 Zuschauern feiern. „Ich wusste, dass viele Jamaikaner hier sein und mich unterstützen werden. Ich wollte ihnen nur das geben, worauf sie gewartet haben“, so Bolt, dessen Rekord durchaus überraschend kam. Denn die Bahn war nach einem Gewitter nass, der Zeitplan musste wegen des starken Regens verschoben werden, das Rennen selbst begann mit einem Fehlstart und eigentlich wollte er den Lauf nur nutzen, um an seiner Schnelligkeit zu arbeiten. „Zum Glück war der erste Versuch ein Fehlstart, da kam ich überhaupt nicht aus den Blöcken. Ich wusste aber, wenn ich am Start schneller bin als Tyson Gay, gewinne ich.“

Bolt ist mit seinen 1,96 Meter eigentlich zu groß für einen Sprinter. Er selbst sah seine Stärken in der Vergangenheit deshalb eher auf den 200 Metern. Doch bereits am 3. Mai hatte er in Kingston mit 9,76 Sekunden die zweitschnellste je gelaufene Zeit erzielt. dpa

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