Sport : Weltrekord für 4000 Dollar

Rupprath übernimmt Führung beim Kurzbahn-Schwimmweltcup

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Berlin (Tsp/dpa). Thomas Rupprath hat beide Hände an den „Jackpot“ von 50 000 Dollar gelegt. Mit 50,76 Sekunden über die 100 m Rücken übernahm der Schwimmprofi aus Wuppertal beim KurzbahnWeltcupfinale in Berlin die Führung in der Gesamtwertung. Seit Samstag hat der Europameister bei 1016 Zählern fünf Punkte Vorsprung auf den Russen Roman Sludnow. Danach schwamm Rupprath in 52,58 Sekunden noch Weltrekord über 100 m Lagen und bekam dafür weitere 4000 Dollar Belohnung. „Unglaublich, einfach unglaublich. An Weltrekord hatte ich keinen Gedanken verschwendet“, sagte er. „Mit dieser Zeit hatte ich nicht gerechnet. Jetzt kann ich am Sonntag etwas gelassener an die 50 Meter Rücken herangehen“, meinte der 25-jährige Rupprath nach seinem Doppel-Coup. Er würde die noch nicht ganz gesicherte größte Prämie seiner Karriere gern auf dem Konto buchen: „Das wäre eine schöne Belohnung für alle Reise- und Wettkampfstrapazen.“ Als Dreingabe winkt ihm ein Kleinwagen im Wert von 20 000 Euro für die beste Leistung von Berlin. Doppel-Weltmeisterin Hannah Stockbauer (Erlangen) gelang mit 8:19,18 Minuten über 800 m Freistil der zweite deutsche Sieg des ersten Tages. Sie war „sprachlos und begeistert“.

Europarekord erzielte Maxim Podoprigora (Österreich) in 2:06,95 Minuten über 200 m Brust, und Annika Mehlhorn (Baunatal) schwamm als Zweite über 100 m Schmetterling in 58,12 Sekunden deutschen Rekord. „Unerklärlich, diese Zeit. Ich hatte zuletzt doch sehr viel Ausdauertraining gemacht“, sagte die WM-Zweite von 2001. Ebenfalls Platz 2 bei ihrer Rückkehr auf das internationale Parkett belegte Sandra Völker (Hamburg) nach 28,02 Sekunden über 50 m Rücken.

Franziska van Almsick ist bei ihrem internationalen Comeback nach sechs Monaten Pause dagegen erwartungsgemäß früh ausgeschieden. Die 24-Jährige verfehlte in ihrer Heimatstadt über ihre Nebenstrecke 100 m Schmetterling in 1:00,64 Minuten als 9. den Endlauf um eine Zehntelsekunde. „Das ist nur eine Zwischenstation. Ich wollte es im Finale eigentlich besser machen“, meinte sie.

Deutschlands „Sportlerin des Jahres“ hat erst vor etwa vier Wochen wieder mit dem Wettkampf-Training begonnen. Im gleichen Becken hatte sie im Sommer 2002 zwei Langbahn-Weltrekorde erzielt und fünf EM- Titel gewonnen. Daran dachte sie auch am Samstag und fühlte sich ein wenig irritiert: „Ich bin einfach zu sehr abgelenkt in dieser Halle.“ Die von ihr noch unbeantwortete Frage nach einer Teilnahme an den Weltmeisterschaften im Juli in Barcelona nervt sie mittlerweile. „Ich bin schon sehr lange im Geschäft und muss mir meine Kraft einteilen“, meinte sie. Und ergänzte, dass die Saisonziele im WM-Jahr „andere sind als der Weltcup“.

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