Sport : Weltrekord gegen den Frust Läufer Shaheen begeistert nach der Olympia-Sperre

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Brüssel – Für Saif Saaeed Shaheen war die von ihm gelaufene Zeit über 3000 m Hindernis mehr als ein Weltrekord. Die 7:53,63 Minuten waren eine persönliche Genugtuung. Denn Shaheen war bei den Olympischen Spielen in Athen gesperrt. „Es war mein olympisches Finale und eine Demonstration, zu was ich fähig bin“, sagte der 21jährige für Katar startende Kenianer nach seinem Triumph beim Golden-League-Meeting in Brüssel. Angetrieben von der eigenen Frustration lief er bei seinem 15. Hindernissieg in Serie fast 1,5 Sekunden schneller als vor drei Jahren an gleicher Stelle der Marokkaner Brahim Boulami.

Die kenianischen Funktionäre dürften den rasanten Hindernis-Lauf ihres abtrünnigen Landsmanns, der sich am Telefon für seine alten Freunde weiter unter seinem Geburtsnamen Stephen Cherono meldet, mit Argwohn betrachtet haben. Schließlich haben sie ihn nach seinem Staaten- und Namenswechsel am 9. August 2003 für die Athener Spiele gesperrt und damit den Weg für den Kenianer Ezekiel Kemboi zum Olympiasieg freigemacht. „Ich saß am Fernseher und hatte ein sehr schlechtes Gefühl“, ärgerte sich Shaheen, der im vergangenen Jahr schon für Katar Weltmeister geworden war.

Vom Emir in Katar bekommt Shaheen ein lebenslanges Gehalt von 1000 Dollar pro Monat und einige weitere Extras. Die Weltrekordprämie von 50 000 Dollar kommt nun dazu. Bei den nächsten Olympischen Spielen 2008 in Peking will Shaheen starten. „Wenn ich dort Gold gewinne, werde ich danach auch 5000 Meter, 10 000 Meter und Marathon laufen“, kündigte er an.

Große Ziele hat auch die russische Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa. Die 22-Jährige begeisterte ebenfalls in Brüssel – eine Woche vor dem Istaf, dem Internationalen Stadionfest in Berlin. Isinbajewa stellte am späten Freitagabend nur zehn Tage nach ihrem Olympiasieg mit 4,92 m einen neuen Weltrekord auf. Es war die neunte Bestmarke ihrer jungen Karriere und die achte in diesem Jahr. „Es war mein schwerster Rekord, weil ich so müde war“, bekannte sie. Doch Isinbajewa ließ sich von der Begeisterung der 47 000 Zuschauer anstecken: „Ich wollte eine Show machen, damit die Leute mich nicht vergessen.“ Innerhalb eines Jahres hat sie im Duell mit ihrer russischen Rivalin Swetlana Feofanowa, die in Brüssel nur Vierte mit 5,62 m wurde, den Weltrekord um neun Zentimeter in die Höhe geschraubt. Weitere neun fehlen noch zur magischen Fünf-Meter- Marke. Tsp/dpa

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